Justiz prüft Korruption bei Fußball-Sponsoring
Bayerns Justiz untersucht, ob Jörg Haider für den Verkauf der Hypo von der BayernLB zwei Millionen Euro Fußball-Sponsoring für die Hypo Group Arena verlangt hatte.

Foto © APAE
Hat das Fünf-Millionen-Sponsoring der Hypo Group Arena und damit indirekt das Pasching-Lizenz-Abenteuer für den SK Austria Kärnten nicht die Hypo sondern die BayernLB finanziert? Die Münchner Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger bestätigte am Freitag der Kleinen Zeitung: "Wir ermitteln zu Korruptionsvorwürfen, ob Jörg Haider die Zustimmung zum Verkauf der Hypo Alpe Adria an die BayenLB mit einem Fußball-Sponsoring verbunden und bekommen hat." Laut Stockinger geht es "um einen Betrag von zwei Millionen Euro". Bereits am Montag war deshalb bei der BayernLB-Tochterbank DKB eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden.
Rückblende Sommer 2007: Jörg Haider steht am Gipfel seiner Macht in Kärnten und nutzt sie weidlich aus, um seine ehrgeizigen Fußball-Eventpläne zu entfalten: Für die Euro 2008 bekommt Klagenfurt das modernste Stadion Österreichs. Und für den abgestiegenen FC Kärnten kauft man sich einfach die Lizenz des oberösterreichischen Klubs Pasching, um den SK Austrian Kärnten aus der Taufe zu heben.
Geld fließt reichlich von der Hypo Group Alpe Adria, die im August 2007 für ein zehnjähriges Namenssponsoring des Stadions fünf Millionen Euro zahlt. "Für die nächsten zehn Jahre wird das neue Klagenfurter Stadion den Namen Hypo Group Arena tragen", sagte der damalige Hypo-Vorstand Tilo Berlin im Hinblick auf die Fußball-Euro 2008: "Es ist uns eine Freude, dass wir als Namensgeber für das Stadion ein derart wichtiges Event für Kärnten unterstützen können."
Haider legte selbst die Spur
Parellel dazu lief der Verkauf der Hypo an die BayernLB - mit der Unterzeichnung im Juni und dem endgültig fixierenden "Closing" Mitte Oktober. Im November tauchte dann das Gerücht auf, die fünf Millionen seine gar nicht von der Hypo sonden von der BayernLB gekommen. Und zwar deutete das niemand Geringerer als Jörg Haider selbst an.
Die Hypo dementierte das damals ebenso wie Freitag und auch die BayernLB wies es von sich. Als die Kleine Zeitung nachfragte, ließ Jörg Haider durch seinen damaligen Sprecher Stefan Petzner ausrichten: "Unseres Wissensstandes nach kommt ein Teil des Geldes von der BayernLB - als positives Signal, dass sie investieren will."
Freitag erklärte Petzner: "Ich hatte den Auftrag, es so zu kommunizieren. Ob sich die BayernLB wirklich am Stadion-Sponsoring beteiligt hat, weiß ich nicht. Das müssen Sie den damaligen Büroleiter Harald Dobernig fragen." Der FPK-Politiker und Kärntner Finanzreferent erklärte dazu: "Ich weiß nur, dass es einen Vertrag zwischen der Hypo und dem Fußballklub gibt." .
In Bayern berichten Süddeutsche Zeitung und Passauer Neue Presse über angebliche Aussagen des Ex-BayernLB-Chefs Werner Schmidt bei der Staatsanwaltschaft. Er hätte erklärt, Haider habe bei den Hypo-Verkaufsgesprächen ein Fußball-Sponsoring ins Spiel gebracht. Ein Sponsoring sei dann aber nicht über die BayernLB, sondern über deren Tochterbank DKB gelaufen.
Millionen für Lizenz
SK Austria Kärnten-Präsident Mario Canori zur Kleinen Zeitung: "Ich hatte von Jörg Haider den Auftrag, mich beim damaligen Hypo-Leasing-Vorstand Josef Kircher zu melden. Der SK Austria Kärnten und die Hypo haben dann einen Sponsorvertrag für das Namensrecht am Stadion für fünf Millionen Euro abgeschlossen." Über eine Beteiligung der BayernLB wisse er nichts.
Sollten die Bayern, ob BayernLB oder DKB Bank, dafür Geld an die Hypo überwiesen haben, so haben sie auch Haiders Pasching-Lizenz-Abenteuer mitfinanziert. Bekanntlich hatte Haider, als der FC Kärnten abstieg, mit dem Kauf der Lizenz des oberösterreichischen FC Pasching für den neuen SK Austria Kärnten den Kärntner Fußball in der obersten Liga gehalten. "Wir haben die fünf Millionen für das Zehn-Jahres-Sponsoring von der Hypo mit einem Betrag ausbezahlt bekommen. Drei Millionen davon musten wir dafür verwenden, um dem Nachgfolgeverein des FC Pasching die Transferrechte abzukaufen. Eineinhalb Millionen gaben wir aus, um den FC Kärnten zu retten, was leider umsonst war. Eine halbe Million floss in das Budget des SK Austria Kärnten", berichtet Canori. Sein Klub steht vor dem Abstieg, der Hypo-Sklandal vor neuem Angrund.
Features
Ein "FC BayernLB"?
"Korruptionsverdacht", sagt die Justiz in Bayern. Sie prüft, ob Jörg Haider 2007 für den Verkauf der Hypo an die BayernLB zwei Millionen Euro Fußball-Sponsoring verlangt hat.
Ins Visier der Ermittlungen könnte damit der Hauptverantwortliche für den Hypo-Kauf, Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt, geraten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Fünf Millionen hat die Hypo 2007 für das zehnjährige Namensrecht an der Hypo-Group-Arena bezahlt. Drei Millionen dienten zum Kauf der Pasching-Lizenz für den SK Austria Kärnten. Sollte die BayernLB oder ihre Tochter DKB mitgezahlt haben, wäre der Klub sozusagen ein "FC BayernLB".
















