Viele Fragen - noch keine Anworten
Dafür kann die Austria nichts: Den Stadion-Prunkbau haben die Politiker zu verantworten. Heinz Traschitzger zum Überlebenskampf des SK Austria Kärnten.

Foto © GEPAKlub-Präsident Mario Canori und Landeshauptmann Gerhard Dörfler
Wie geht es weiter mit dem Spitzenfußball in Kärnten und der Austria? Was passiert, wenn die Mannschaft absteigt, mit der Hypo-Group-Arena? Wurde die dann für zwei Länderspiele im Jahr, möglicherweise einem Konzert und einem Kongress der Zeugen Jehovas gebaut? Bleibt es als Denkmal für Großmannsucht und Fehlkalkulation der Politik? Fragen über Fragen zu einer Zeit, wo der (Meisterschafts)-Ball noch gar nicht richtig rollt.
Der Ist-Zustand der Austria ist kein guter, eigentlich ein besorgniserregender: Sportlich abgeschlagen, sitzt der Verein auch finanziell in der Klemme. Ohne die sogenannte Infrastruktur-Million der öffentlichen Hand - das Spielen in der Hypo-Group-Arena ist eben ein Luxus - geht gar nichts, deponierte Präsident Mario Canori nicht zum ersten Mal.
Der Konter von LH Gerhard Dörfler, Kärntens Sportreferenten: Die Austria sei jener Fußballverein in Österreich, der bisher von der öffentlichen Hand am meisten bekommen hätte. Mag stimmen, doch den Prunkbau in Waidmannsdorf haben die Politiker zu verantworten. Die sollten deshalb auch schauen, dass dort zu passablen finanziellen Bedingungen Fußballspiele ausgetragen werden können.
Canori will Geld
Deshalb: Canori will Geld, Dörfler fordert zuerst ein Konzept. Da soll drinnen stehen, wie es weitergehen soll, mit der Spitzenkickerei in Kärnten. Die Zeit für eine Entscheidung drängt, denn schon in zweieinhalb Monaten muss die Austria die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren abgeben.
Ohne der Million für die Stadionkosten, ließ Canori durchblicken, hätte es kaum Sinn, eine Lizenz zu beantragen. In der großen wirtschaftlichen Not fand Präsident Strohhalm: eine deutsche Investorengruppe wäre nicht abgeneigt, bei der Austria einzusteigen. Andere Klubs haben mit solchen Hoffnungsträgern eher schlechte Erfahrungen gemacht. Da sind naive Funktionäre in ihrer Verzweiflung auf irgendwelche Scheichs und andere Halunken hineingefallen. Jene Gruppe, die bereit wäre, in Klagenfurt mitzumachen, sei laut Canori allerdings "seriös". Abwarten, und Tee trinken. Am Montag kommt es ans Licht.
Fehlverhalten von Canori
Ans Licht kam auch, dass der Austria-Präsident dem erfolglosen Frenkie Schinkels aus eher kleinlichen Gründen die "Fristlose" nachschickte. Mag sein, dass sich der Klub dadurch einige Euro erspart, das große Fehlverhalten geht aber eher auf das Konto von Canori: Weil er den Trainer so lange schalten und walten ließ, sind Klagenfurts Chancen auf den Klassenerhalt im Frühjahr fast gegen null.
Umso bemerkenswerter ist: Trotz der wirtschaftlichen Kalamitäten hat Jose Prelogar die Hoffnung keineswegs aufgegeben, im Gegenteil: Der Schinkels-Nachfolger rechnet schon das Wunder durch. Aber das eine, der große Rückstand in der Tabelle, bedingt halt das andere: Die Zielvorgaben liegen an der Grenze zur Träumerei.
















