Austria Kärnten - Schwäche im Kopf und im Körper
Austria Kärnten bedarf dringend einer geistigen Auffrischung und einer weniger kräfteraubenden Spielweise. Durchhalteparolen allein sind zu wenig.

Foto © GEPABeim 0:4 in Graz waren die Kärntner chancenlos
Die Situation wird immer bedrohlicher für den SK Austria Kärnten, bei nunmehr acht Punkten Rückstand auf den Vorletzten, Kapfenberg. Immerhin muss sich das abgeschlagene Schlusslicht nicht mehr allein an den Obersteirern orientieren, denn der Lask, Mattersburg und Wiener Neustadt haben nur einen Zähler mehr auf dem Konto.
Aber wie können sich die Kärntner selbst befreien aus der Umklammerung des Punkte-Notstandes, der die Konturen des Abstiegsgespenstes nun schon etwas schärfer zeichnet? Frenkie Schinkels hat sein Team bisher nicht gefunden. Abgesehen von den zwei aufeinander folgenden Spielen gegen Salzburg lief in der bisherigen Saison stets eine andere Elf auf das Feld. Kontinuität bleibt vorerst ein Fremdwort. Und auch in den einzelnen Formationen herrscht kein spielerischer Konsens, dazu kommt eine permanente psychische Schwäche, die den Ruf nach einem Mentaltrainer immer lauter werden lässt.
Die in einzelnen Sequenzen der vergangenen Matches zu beobachtende Körpersprache der Spieler liefert eindeutige Hinweise auf die allgemeine Verunsicherung. Der in diesem Zusammenhang gern verwendete "Kampf bis zur letzten Minute" kommt über den Status leerer Versprechungen nicht hinaus. Auch ein Konzept für die Bewältigung von kritischen Spielsituationen (Rückstand) ist nicht erkennbar.
Verstärkungen müssen her
Neben der nötigen geistigen Aufrüstung ist eine Qualitätssteigerung im fußballerischen Sektor in der Winterpause unumgänglich. Präsident Mario Canori hat den diesbezüglichen Handlungsbedarf erkannt und Verstärkungen in Aussicht gestellt. Denn Ausfälle sind, wie an den Beispielen Oliver Pusztai oder zuletzt auch Andreas Schranz erkennbar, kaum wettzumachen. Die Jungen halten auch nicht, was sich viele von ihnen versprochen haben und mit Nachschub ist vorerst nicht zu rechnen. Die Auftritte der Amateurmannschaft in der Kärntner Liga lassen zu wünschen übrig. Bis zum Ende der Herbstsaison hat die Schadensbegrenzung oberste Priorität.
Auch taktische Maßnahmen erweisen sich regelmäßig als Fehlkalkulation. Die von Schinkels praktizierte Manndeckung ermüdet die eigenen Spieler über Gebühr und schließlich fehlen gegen Ende die Kräfte. Die auffälligsten Beispiele dafür lieferten am Mittwoch gegen Rapid Troyansky und am Samstag Zivny, der gegen Sturm allerdings schon von Beginn an verloren schien.

















