"Ablösefrei" heißt das Zauberwort in der Bundesliga
Sparen ist angesagt in Fußball-Österreich. Die Aktivitäten auf dem Transfermarkt waren bisweilen mäßig. Wr. Neustadt startet am Freitag als erster Klub mit der Saison-Vorbereitung.

Foto © GEPAManuel Weber war sehr begehrt
Die Sommerpause ist ein Fußballmärchen. Nicht einmal zwei Wochen nach dem Ende der abgelaufenen Saison erfolgt der Einstieg in das neue Spieljahr der heimischen Bundesliga. Besonders eilig hat es der Aufsteiger, denn Wiener Neustadt startet bereits mit dem ersten Training, die übrigen Klubs folgen in den kommenden Tagen.
Millionencoups. Permanente Bewegung herrscht auch auf dem Transfermarkt, der bis 31. August geöffnet hat. Ein Zwischenstand offenbart bei einem direkten Vergleich der einzelnen Klubs vorerst ein ziemliches Ungleichgewicht. Millionencoups, wie sie derzeit in den europäischen Topligen ablaufen, spielen hierzulande freilich kaum eine Rolle. Das Zauberwort heißt "ablösefrei" und daher kann sich so manches Mannschaftsbild auch ohne finanzielle Wunder vollkommen verwandeln.
Ausverkauf in Kärnten. Besonders hart getroffen hat es dabei SK Austria Kärnten, der sich von seinen wertvollsten Kickern (Junuzovic, Weber, Ortlechner, etc.) trennen muss, ohne einen Cent dafür zu bekommen. Dass es sich durchwegs um Österreicher handelt, schmerzt den Verein doppelt. Denn der Österreicher-Topf (je mehr eingesetzte Inländer desto mehr TV-Geld) ist längst zu einer wichtigen Einnahme-Quelle für die Klubs geworden.
Eifrige "Veilchen".
Als besonders eifriger und aktiver Schnäppchenjäger erwies sich bisweilen die Wiener Austria, die eine Reihe von Inländern an den Verteilerkreis nach Favoriten lotste: Die "Kärntner" Manuel Ortlechner und Zlatko Junuzovic sowie Florian Klein vom Lask und Michael Liendl aus Kapfenberg wurden geholt. Dazu schnappten sich die "Violetten" Julian Baumgartlinger von 1860 München.
Quartet nach Graz. Auch in Graz hat man mit Manuel Weber, Haris Bukva, Martin Ehrenreich und Andreas Lukse ein österreichisches Quartett engagiert. Zwei ausländische Spieler sollen noch folgen - ein Innenverteidiger und ein Stürmer, nachdem man von der Verpflichtung von Nikica Jelavic Abstand genommen hat. Ein Sparprogramm fährt Kapfenberg. Elf Spieler werden nicht mehr benötigt. Und klappt der Transfer von Dominique Taboga zum norwegischen Klub Tromsö, ist ein Dutzend weg. Qualität statt Quantität ist das Motto der Steirer.
Gut aufgestellt.
Gut aufgestellt ist auch Rapid. "Unser Team für die kommende Saison steht. Das Gros der Mannschaft ist seit zwei Jahren zusammen. Wir holen nur punktuell Spieler", sagt Rapid-Sportdirektor Alfred Hörtnagl. Auch für den Fall, dass man Stefan Maierhofer oder Erwin "Jimmy" Hoffer ziehen lassen muss, ist der Klub gerüstet. Bisher haben die Hütteldorfer auf dem Transfermarkt kaum zugeschlagen.
Nur ein Top-Transfer.
Mattersburg und Aufsteiger Wr. Neustadt sind derweilen die inaktivsten Klubs in Sachen Neuverpflichtungen. Der Stronach-Klub engagierte den Torschützenkönig der Ersten Liga, Diego Viana. Die Burgenländer, die nur mit viel Glück den Klassenerhalt geschafft hatten, verzeichnen mit Mattias Lindström nur einen Abgang und keine einzige Neuverpflichtung.
Bullen sind Spitze. Den bisherigen Top-Transfer in Österreich wickelte wieder einmal Salzburg ab. Mit Huub Stevens wurde ein Trainer mit langer internationaler Erfahrung in die Mozartstadt gelotst. Mit dem Niederländer soll das Minimalziel Meister erreicht und der Einzug in die Champions League geschafft werden. Auf dem Spielersektor verzichtete der Millionen-Klub hingegen auf große Namen - vorerst. Feilschen, taktieren, pokern und kaufen ist bis 31. August erlaubt. Und der eine oder andere Klub wird sicher für Schlagzeilen sorgen.
Features
TRANSFERS
SK STURM
Zugänge: Manuel Weber, Haris Bukva (beide Kärnten), Andreas Lukse (Rapid), Martin Ehrenreich (Gratkorn), Mario Kreimer (retour von Gratkorn)
Abgänge: Leonhard Kaufmann (Kärnten), Martin Kobras (Altach), Georgi Shashiashvili (Ergotelis), Zdenko Baotic
KAPFENBERG
Zugänge: Manuel Schmid (Innsbruck), Raphael Wolf (Hamburg)
Abgänge: Bernd Bernsteiner (Gratkorn), Michael Liendl (Austria), Radek Stepanek (HSV), Preston Zimmerman, Boris Hüttenbrenner, Kamil Susko, Erik Akoto, Damon Wilson, Miroslav Milosevic, Ivica Lucic, Reifeltshammer
SALZBURG
Zugänge: Christian Schwegler (YB Bern), Thomas Augustinussen (Aalborg), Franz Schiemer (Austria), Sasa Ilic (Larissa), Mejdi Traoui (Al Wehda)
Abgänge: Vladimir Janocko (Admira), Timo Ochs (1860 München), Niko Kovac (Karriereende), Ronald Gercaliu, Ernst Öbster, Remo Meyer
RAPID
Zugänge: Christoph Schösswendter (Vöcklabruck), Mario Konrad (Altach), Thomas Schrammel (Innsbruck), Christopher Frank (St. Pölten)
Abgänge: Andreas Lukse (Sturm), Martin Hiden, Georg Harding
AUSTRIA WIEN
Zugänge: Petr Vorisek (Sparta Prag), Julian Baumgartlinger (1860), Michael Liendl (KSV), Florian Klein (Lask), Manuel Ortlechner, Zlatko Junuzovic (beide Kärnten)
Abgänge: Franz Schiemer (Salzburg), Jocelyn Blanchard, Fernando Troyansky (beide Kärnten), Florian Metz (Lask), Philipp Netzer, Lukas Mössne, Mario Majstorovic, Mario Bazina
SV RIED
Zugänge: Mihael Rajic (Vöcklabruck), Jonathan Carril-Regueiro (Santa Eulalia), Florian Sturm
Abgänge: Andreas Bammer, Denis Berger, Bozo Kovacevic, Yeray
AUSTRIA KÄRNTEN
Zugänge: Fernando Troyansky, Jocelyn Blanchard (beide Austria Wien)
Abgänge: Manuel Weber, Haris Bukva (beide Sturm), Wolfgang Bubenik (Lask), Manuel Ortlechner, Zlatko Junuzovic (beide Austria)
LASK
Zugänge: Wolfgang Bubenik (Kärnten), Florian Metz (Austria), Christoph Kobleder (Anif)
Abgänge: Ivica Vastic, Michael Baur (beide Karriereende), Niklas Hoheneder (Sparta Prag), Florian Klein (Austria), Tomasz Wisio (Ergotelis)
MATTERSBURG
Zugänge: keine
Abgänge: Mattias Lindström (Göteborg)
WR. NEUSTADT
Zugänge: Diego Viana (Grödig)
Abgänge: keine
















