Weber & Co. weg: "Austria Kärnten hat zu lange gezögert"
Austria Kärnten verliert seine besten Fußballer. Spielerberater Christian Sand nennt als Grund Geldmangel und verteidigt seinen Berufsstand. Klub habe Chancen verpasst.

Foto © GEPAJunuzovic & Co. kehren der Austria den Rücken
Wer ist schuld am Malus des SK Austria Kärnten, der mit Saisonende seine besten Spieler (Weber, Ortlechner, Junuzovic) kostenlos an die Konkurrenz verliert? Ist es die Klubführung oder sind es die Berater als Jäger des Geldes ohne Rücksicht auf Verluste? Die finanzielle Frage ist bedeutend, doch den Vorwurf, einen Verein personell völlig auszuhungern, wollen sie nicht auf sich sitzen lassen.
"Kann nichts dafür". Christian Sand ist Berater bei der Agentur "Stars & Friends", der weitaus größten dieser Art in Österreich. Er wehrt den Angriff entschieden ab. "Ich kann nichts dafür, dass der Verein kein Geld hat oder Gagen für einen bestimmten Spieler nicht zahlen will." Ein Manuel Ortlechner oder ein Manuel Weber wurden im Verlauf der Saison immer begehrter und wenn Vereine wie Austria Wien oder Sturm locken, weshalb sollte der Spieler das ablehnen, argumentiert Sand.
Gesamtbetreuung. Ihm gehe es um die Gesamtbetreuung eines Fußballers. "Wir machen das ganze Karriere-Coaching, und natürlich geht es uns um den Spieler." Der könne sich nicht um alles kümmern, wie etwa Rechtsfragen. "Früher hatte ein Vertrag zwei Seiten, heute sind es 15."
Imagekorrektur. Die Agentur mit einem europaweit gespannten Netzwerk kämpft also um ein positives Image eines nicht wirklich hoch angesehenen Berufsstandes. "Das ist nur noch in Österreich so. In Deutschland nimmt ein Uli Hoeneß die zehn wichtigsten Spielerberater auf eine Japan-Tournee mit." Schwarze Schafe gebe es aber überall, so Sand, der scharf kontert. Vielmehr seien es die Vereine, die junge Spieler mit Langzeitverträgen zu erpressen versuchten. "Sie sagen: Unterschreib, sonst spielst du nicht mehr."
Zu lange gezögert. Den Fall Weber habe übrigens der Verein verpasst. "Wir wollten den Vertrag im Herbst verlängern." Aber dann starb Jörg Haider und plötzlich stockten sämtliche Verhandlungen. Im Frühjahr war es dann zu spät. Die Entscheidung für Sturm fiel aufgrund der sportlichen Perspektive. Weber muss aber nun hoffen, dass die Grazer den internationalen Startplatz nicht im letzten Moment noch an Ried verlieren.
Tausch möglich. Übrigens könnte der junge Sturm-Kicker Leonhard Kaufmann, zuletzt Torschütze gegen Salzburg, nun doch nach Klagenfurt kommen. Es wäre eine Art Tauschgeschäft mit dem zu Sturm wechselnden Bukva.















