Stranzl startet mit Spartak in die dritte Moskau-Saison
Der Burgenländer spricht vor dem ersten Saisonauftritt von einem "heißen Duell".

Foto © GEPAMartin Stranzl ist optimistisch
Aus der Innenverteidigung des ÖFB-Teams ist
Martin Stranzl ebenso wenig wegzudenken, wie aus der zentralen
Defensive des russischen Top-Clubs Spartak Moskau. Am Sonntag startet
der Burgenländer in seine dritte Saison für die Russen, nach zwei
zweiten Plätzen in Folge wäre auch er dem Titel nicht abgeneigt.
Schon der Saisonauftakt hat es freilich in sich: Die "Rot-Weißen"
gastieren in St. Petersburg, treten gegen Meister Meister Zenit an.
Heißes Duell. Kein Wunder, dass Stranzl vor dem ersten Saisonauftritt von einem
"heißen Duell" sprach. Der Meister vom finnischen Meerbusen empfängt
schließlich seinen "Vize", der sich nach dem ersten Titel seit 2001
sehnt. "Es wird Zeit", findet auch Stranzl, der aber keinen Druck
verspüren will. "Jeder hier weiß, worum es geht." Ein besonderes Duell ist Zenit - Spartak aber auch aufgrund der
finanziell-organisatorischen Konstellation: Denn während die St.
Petersburger vom Erdgas-Giganten Gazprom gesponsert werden, pumpt der
Mineralöl-Konzern Lukoil seine Millionen in Spartak. Und schließlich
ist das vom Niederländer Dick Advocaat gecoachte Zenit auch der
einzige Club, der die Dominanz der Moskauer Vereine Spartak, ZSKA und
FK zu durchbrechen vermochte.
Optimistisch. Stranzl jedenfalls ist optimistisch: "Wir haben im Vorjahr gegen
Zenit gut abgeschnitten", betonte der 27-Jährige, der St. Petersburg
in der abgelaufenen Meisterschaft mit dem auch "Fleisch" genannten
Team (einst kamen die Spieler hauptsächlich aus der Gewerkschaft der
fleischverarbeitenden Industrie) sowohl zu Hause als auch in der
Fremde schlug. Auf dem Transfermarkt hat sich Spartak vergleichsweise bescheiden
gegeben und nur punktuell verstärkt. Der Argentinier Maidana
(Stranzl: "Ein sehr guter Techniker und schnell") soll im Mittelfeld
den zum Stadtrivalen und Rachimow-Tatar-Verein Lok Moskau
abgewanderten russischen Teamspieler Torbinski ersetzen, erst am
Mittwoch sicherte man sich für kolportierte 4 Millionen Euro die
Dienste des Deutschen Linksverteidigers und zweifachen
DFB-Teamspielers Malik Fathi von Hertha Berlin.
Uefa-Cup-Niederlage. Das bittere Aus im Uefa-Cup, in dem die Moskauer in der Runde der
letzten 32 unglücklich an Olympique Marseille gescheitert war, sei
bereits abgehakt. "Nein, das hat der Mannschaft überhaupt keinen
Knacks gegeben, weil wir ja eigentlich gut gespielt haben", ist sich
Stranzl sicher. Für die Meisterschaft erwartet er ein offenes Rennen: Neben
Spartak und Zenit hat er auch Rubin Kasan, ZSKA sowie FK Moskau und
Sowjetow Samara auf der Rechnung.
Treffen mit Scharner. Nicht äußern will sich Stranzl hingegen zum Treffen zwischen
Österreichs Teamchef Josef Hickersberger und dem in die ÖFB-Elf
rückkehrwilligen England-Legionär Paul Scharner am vergangenen
Sonntag. In der Vergangenheit hatte er sich ja durchaus kritisch zum
"Geparden" geäußert. "Ich habe davon gelesen, werde das aber nicht
beurteilen. Vonseiten der Spieler gibt es dazu nichts zu sagen. Das
ist unnötig. Da werden dann nur wieder irgendwelche Dinge
hineininterpretiert."




















