Merk plädiert für Videobeweis
Der deutsche Spitzen-Referee fordert bei strittigen Entscheidungen ein Urteil eines neutralen dreiköpfigen Gremiums.

Foto © ReutersMarkus Merk
Der für den Videobeweis kämpfende
deutsche Fußball-Schiedsrichter Markus Merk plädiert in einem
30-seitigen Konzept unter anderem für ein Vetorecht für Trainer und
Referees. Diese sollen nach Merks Vorstellungen je zweimal während
einer Partie die Überprüfung einer strittigen Szene verlangen können.
"Das wird Fußball für alle gerechter machen", sagte der 45-Jährige in
einem Interview der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Dienstag-Ausgabe).
Keine Minute Zeit. Die Entscheidung über die jeweilige Szene solle ein dreiköpfiges
neutrales Gremium treffen, schlug Merk vor. "Es kann nicht der sein,
der die Entscheidung unten auf dem Feld trifft, da würde man dem
Schiedsrichter wieder den Schwarzen Peter zuschieben", sagte der
Kaiserslauterer, der sich als erster deutscher Referee für den vom
Weltverband FIFA bisher abgelehnten Videobeweis stark macht. Bis die
Entscheidung durch das neutrale Trio gefallen sei, dürfe keine Minute
vergehen. Das müsse "innerhalb von ein paar Sekunden" geschehen,
forderte Merk.
Kein Thema. "Wir sind technischen Neuerungen gegenüber immer aufgeschlossen",
hatte der im DFB-Präsidium für die Schiedsrichter zuständige
Vize-Präsident Rainer Koch bereits am Montag nach einem Treffen der
Schiedsrichter-Assistenten aus den beiden Profiliga in Frankfurt/Main
versichert. Er machte aber auch deutlich, dass dies für den DFB
derzeit kein Thema ist. Die Diskussion sei theoretischer Natur.
"Schließlich ist der DFB den Vorgaben des Weltverbandes FIFA
verpflichtet. Diese sehen keine Beweisführung durch TV-Aufnahmen
vor", betonte Koch.















