DFB-Teamchef Löw hält an Goalie Jens Lehmann fest
Mit dem Arsenal-Keeper geht's gegen die Schweiz. Auch die Fans stehen laut einer Umfrage hinter dem 38-Jährigen.

Foto © GEPAJens Lehmann
Deutschlands Fußball-Teamchef Joachim Löw zieht
seinen EM-Plan mit Jens Lehmann auch nach dessen schwacher Leistung
im Testspiel gegen Österreich in Wien (3:0) weiter uneingeschränkt
durch. Im nächsten Länderspiel des DFB-Teams am 26. März gegen die
Schweiz bekommt der Arsenal-Schlussmann wie langfristig festgelegt
neue Spielpraxis - und damit die Chance auf eine schnelle
Wiedergutmachung. "Ich gehe davon aus, dass Jens gegen die Schweiz
spielen wird", erneuerte der Bundestrainer am Mittwoch in der "Sport
Bild" das Aufbau-Programm für den 38-Jährigen.
Nummer eins. Löw hatte schon nach dem 3:0 in Wien klar gemacht, dass er
weiterhin mit Lehmann als Nummer 1 für die EM plane. "Wir stellen
jetzt nicht alles infrage", betonte der DFB-Chefcoach. Angesichts der
unklaren Situation von Lehmann bei seinem Club in London, wo er noch
immer nur als Ersatz für den derzeit erkrankten Manuel Almunia gilt,
weiß Löw um die anhaltenden Diskussionen um seinen Stammkeeper.
"Das ist klar. Aber wir haben sehr viel Vertrauen zu ihm",
bemerkte der Bundestrainer nach Lehmanns Fehlern in Österreich. Falls
Lehmann allerdings auch gegen die Schweiz oder in den Einsätzen für
Arsenal erneut patzen sollte, bekommt Löw ein Problem. Denn einen
ernsthaften Alternativ-Plan mit Timo Hildebrand (7 Länderspiele) oder
Robert Enke (1) als EM-Torhüter gibt es offenbar nicht.
Fans hinter Lehmann. "Jens hat Routine, Erfahrung, er strahlt Ruhe aus", beschrieb Löw die Vorzüge von Lehmann (52 DFB-Spiele) gegenüber den potenziellen
Nachrückern. Zudem schätzt die Sportliche Leitung das moderne,
offensive Torwart-Spiel des Wahl-Engländers. Dies hatte vor der WM
2006 auch den entscheidenden Ausschlag gegen Platzhirsch Oliver Kahn
gegeben. Offiziell hatte der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann
von einer "ganz knappen" Entscheidung im Duell um die Nummer 1
gesprochen, inoffiziell aber auf Welten zwischen Lehmann und Kahn
verwiesen. Ähnlich deutlich dürfte trotz Lehmanns Sorgen bei Arsenal
die Torwart-Rangfolge im DFB-Team vor der EM 2008 sein.
Die Fans sehen es ähnlich: In einer von "Vanity Fair" in Auftrag
gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid sprachen
sich knapp die Hälfte der Befragten für Lehmann als EM-Torhüter aus.




















