"Meuterei" nach Abschied von Mourinho bei Chelsea
Drogba, Carvalho und Co. unzufrieden über Trainerwechsel vor Meisterschaftsduell mit ManU. 30 Millionen Euro Abfindung für Mourinho.

Foto © APChelsea-Spieler gehen nach Mourinho-Abgang in die Luft
Beim englischen Fußball-Premier-League-Klub Chelsea stehen nach dem "Schock-Abgang" von Trainer Jose Mourinho die
Zeichen auf Sturm und der Londoner Nobel-Club vor der größten
Zerreißprobe der Ära des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch. Während sich Mourinho mit seinem Ex-Arbeitgeber auf eine fürstliche Abfindung von angeblich bis zu 30 Millionen Euro einigte, stellen einige Profis aus dem Starensemble ihre eigene Zukunft beim englischen Cupsieger vor dem Meisterschafts-Top-Duell mit Manchester United am Sonntag infrage.
Spieler-Exodus. Den Tränen nahe, aufgebracht und sauer reagierte vor allem Stürmerstar Didier Drogba auf den Abgang seines Förderers. Der portugiesische Verteidiger Ricardo Carvalho sprach Klartext: "Ein sehr trauriger Tag für mich und das Team." Florent Malouda, der erst im Sommer zu Chelsea gekommen war, schlug in die gleiche Kerbe: "Ich bin wegen Mourinho zu Chelsea gegangen." Spätestens im Sommer dürfte den Londonern damit ein Spieler-Exodus bevorstehen. Denn auch der derzeit verletzte englische Mittelfeldstar Frank Lampard hatte schon früher sein Bleiben mit Mourinho verknüpft. Dazu denken angeblich auch Michael Essien und Paulo Ferreira über
einen Abschied nach und die "Meuterei" könnte sich noch ausweiten.
Schwere Aufgabe. Die Situation beruhigen muss Mourinhos Nachfolger, der bisherige Sportdirektor Avraham Grant. Dass der frühere israelische Nationalcoach (2002-2006), der als Abramowitsch-Vertrauter gilt, Chelseas Probleme schnell abstellt, gilt als unwahrscheinlich. "Kein Selbstvertrauen, kein Kampfgeist, kein Lampard, kein Drogba", schrieb die Abendzeitung "Evening Standard" zur Ausgangslage vor dem Duell mit ManU. In der Meisterschaft liegt Chelsea nach sechs Spielen als Tabellenfünfter punktgleich mit dem Rivalen aus Manchester nicht im Soll.
Erfrischend. Ob Grant eine Übergangslösung ist und den Platz lediglich für einen prominenten Namen warm hält, ist unklar. In ganz Europa wird über mögliche "Mourinho-Erben" wie Jürgen Klinsmann oder den derzeitigen russischen Nationaltrainer Guus Hiddink gemunkelt. Fast ein wenig höhnisch klingt das Mitgefühl von ManU-Trainer Sir Alex Ferguson. "Es ist eine Enttäuschung für den Fußball. Ich glaube, Mourinho war großartig für den Fußball und großartig für Chelsea", sagte der Schotte, der mit seinem portugiesischen Konkurrenten manch heftige verbale Auseinandersetzung geführt hatte. "Er war
erfrischend. Ich wünsche ihm alles Gute."
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Es hatte schon seit längerem Gerüchte gegeben, dass der Portugiese die Gunst des russischen Milliardärs und Chelsea-Eigners Roman Abramowitsch verloren hätte.
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