UEFA sperrte Frankreichs Teamchef Domenech für Italien-Spiel
Wegen einer "Diskreditierung des Fußballs" in einem Zeitungsinterview muss Domenech aussetzen.

Foto © GEPARaymond Domenech
Der europäische Fußballverband UEFA hat
den französischen Teamchef Raymond Domenech für das kommende
EM-Qualifikationsspiel in Italien gesperrt. Domenech hatte Anfang
August in einem Interview mit der Tageszeitung "Le Parisien"
behauptet, von einem "gekauften" Schiedsrichter bei einem
Nachwuchs-Länderspiel zwischen Italien und Frankreich im Jahr 1999 zu
wissen.
6.000 Euro Geldstrafe.
Die UEFA sprach in einer Aussendung von einer "Diskreditierung des
Fußballs". Domenech werde am 8. September in Mailand nicht auf der
Bank sitzen, weiters sei er mit einer Geldstrafe in der Höhe von
10.000 Schweizer Franken (ca. 6.000 Euro) belegt worden, gab der
Europaverband Montagabend bekannt. Domenech nahm die Strafe zur
Kenntnis und wird die Causa Dienstag mit Vertretern des französischen
Verbandes FFF diskutieren.
Keine persönliche Anhörung.
"Der Verband nimmt sich 24 Stunden der Reflexion, um die
Auswirkungen der Entscheidung der UEFA-Disziplinarkommission zu
untersuchen. Dann wird gemeinsam mit Domenech entschieden, wie weiter
vorgegangen wird", sagte ein FFF-Sprecher am Montagabend.
Der französische Teamchef hat drei Tage, um gegen das Urteil
Einspruch zu erheben. Domenech ist von der UEFA noch nicht persönlich
angehört worden. Als er aufgefordert wurde, eine Erklärung abzugeben,
habe er ein erläuterndes Dossier mit Ausschnitten aus der Presse und
Videoaufnahmen überreicht.
Gekaufter Schiedsrichter.
In dem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Parisien"
hatte Domenech angegeben, dass er von einem U21-Länderspiel zwischen
Italien und Frankreich im Jahr 1999 wisse, das ein gekaufter
Schiedsrichter geleitet habe. Die damalige Begegnung hatten die
jungen Franzosen 1:2 nach Verlängerung verloren.
"Ich bin nicht der, der die Geschichten über die italienische
Schiedsrichterei erfunden hat", so Domenech weiter. "Einige Spiele
sind manipuliert worden." 2006 waren mehrere italienische
Erstligaclubs der Schiedsrichter-Bestechung überführt worden.
Rekordmeister Juventus Turin war in die zweite Liga zwangsrelegiert
worden.
Domenech hatte im weiteren Verlauf des Interviews abgeschwächt,
dass er vielleicht "etwas vermischt" habe, als er die Vorwürfe
bezüglich des gekauften Schiedsrichters im Zusammenhang mit dem
italienischen Schiedsrichterskandal genannt hatte.
Features
Fakten
Der Trainer des Vize-Weltmeisters wurde von der UEFA außerdem mit einer Strafe von 10.000 Schweizer Franken (ca. 6.000 Euro) belegt und hat drei Tage Zeit, Einspruch einzulegen.





















