Experten-GagenWas Knauß, Meissnitzer, Sykora und Co den ORF kosten

Einstige Sportprofis und nunmehrige ORF-Experten polarisieren immer. Sei es durch Stil oder Analysen. Nur ihre Gage sollte keinen aufregen. 400 Euro gibt es pro Einsatz.

ORF-Kommentator Peter Brunner mit Expertin Alex Meissnitzer © ORF
 

"Diese Expertenanalyse interessiert doch keinen Menschen – die (Zwischen-) Zeiten sind ja eh bekannt", tippt ein User namens Unterhundert. "Ich bin dagegen, dass ich Zwangsgebühren zahlen muss und jeder, den der ORF noch fürstlich bezahlt, macht Werbung bis zum geht nicht mehr", postet Cleverstmk. Und Metropole meint: "Assinger gehört inklusive aller sogenannten Experten, die nur auf Kosten der Gebührenzahler herumreisen, sofort in die Wüste geschickt! Da könnte man sicherlich Millionen einsparen!"

In Österreichs Online-Foren widerfährt sämtlichen Experten- und Co-Kommentatoren des ORF vieles, nur eines fast nie: Wertschätzung. Vor allem ein Verdacht wiederholt sich seit Jahren – auch auf Leserbriefseiten: Der Sender würde Niki Hosp, Benni Raich, Andi Goldberger, Martin Koch, Hans Knauß, Armin Assinger, Roman Mählich, Christoph Sumann, Thomas Sykora, Alexandra Meissnitzer, Mario Stecher und Didi Kühbauer fürstlich entlohnen.

Von Assinger bis Sykora: Die ORF-Sportanalytiker

Thomas Sykora (hier neben Oliver Polzer) gewann neun Slaloms und analysiert seit 2000 die technischen Bewerbe.

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Hans Knauß landete sieben Weltcupsiege in drei Disziplinen. Er ist u.a. verwegener Kamerafahrer.

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Armin Assinger fungiert "nur" mehr bei den großen Speed-Rennen als Co. So etwa in Wengen, Kitzbühel und bei Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen.

GEPA

Alexandra Meissnitzer (hier mit Peter Brunner) ist seit 2008  als Co-Kommentatorin und Kameraläuferin bei den Damenrennen im Einsatz.

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Niki Hosp zählt seit 2016 zum ORF-Team. Derzeit trainiert sie aber für "Dancing Stars".

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Benni Raich analysiert zumeist an der Seite von Rainer Pariasek. Fernab der TV-Kameras hat man offenbar manchmal auch richtig Spaß.

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Sympathische Experten beim Skispringen: Andi Goldberger und Martin Koch.

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ORF-Sportchef Hans Peter Trost, Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, Regisseur Michael Kögler und Christoph Sumann, Experte für Ski-Nordisch, in der Arena von Hochfilzen.

ORF

Auch der frühere Profi-Kombinierer Mario Stecher analysiert für den ORF.

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Der Jüngste in der Riege der Experten: Ex-Kicker Peter Hackmair. Der 29-Jährige polarisierte vor allem während der EM 2016 in Frankreich.

GEPA

Seit seinem Aus beim WAC Analytiker beim ORF: Didi Kühbauer. Zumindest solange, bis der nächste Verein anklopft.

APA/Hans Punz
1/11

Hans Knauß, aktuell mit dem Skizirkus und dem ORF in Aspen, antwortet den Unterstellungen deutlich: "Ich mache es aus Leidenschaft und furchtbar gerne. Für meine Aufwandsentschädigung, die ich vom ORF erhalte, würde niemand die Streif in Kitzbühel ohne Stöcke und mit einer Kamera in der Hand runterfahren." Über Geld wird hierzulande nicht so gerne offen gesprochen, aber es sollen 400 Euro pro Einsatz sein, die sich der Sender seine Experten kosten lässt. Der ORF teilt mit, dass es sich um einen "geringen dreistelligen Betrag" handelt. Zudem werden die Reisekosten und das Hotel übernommen – allerdings "nur" inklusive Frühstück und das in keiner Luxusherberge.

Der Tagsatz ist zwar zufriedenstellend, leben lässt es sich davon allerdings nicht: Zum einen gibt es nur 36 Herren– und 37 Damen-Rennen bzw. 36 Fußball-Bundesligarunden, zum anderen dauert keine Sportsaison zwölf Monate. In der Relation zu ARD und ZDF kommen den ORF seine Experten verhältnismäßig günstig. Anders als in Deutschland, wo Analytikern wie Mehmet Scholl und Oliver Kahn im Studio Werbung verboten ist und die Gagen der Sender entsprechend höher sind, dürfen die Ex-Profis hierzulande ihre Sponsoren präsentieren: "Damit sich der ORF Experten wie uns leisten kann, ermöglicht der Sender uns den Deal mit bis zu drei unserer Sponsoren. Andernfalls gäbe es viel weniger von uns oder wir wären viel teurer", sagt Hans Knauß, der erst am Donnerstag beim Super-G seine jüngste Kamerafahrt absolviert hat.

Hans Knauß berichtete zuletzt für den ORF aus Aspen Foto © ORF

Sich als Zuseher an den Co-Kommentatoren und ihrem Stil per se zu reiben, gehört für die Betroffenen zum Job: "Wer nur weichzeichnet, ist kein Experte", sagt Thomas Sykora, der seit Freitag in Aspen zum Einsatz kommt: "Immer, wenn man etwas zu analysieren hat und das zudem noch binnen Hundertstel Sekunden, polarisiert man. Aber ich versuche stets respektvoll mit den Sportlern umzugehen, weil die immer ihr Bestes geben."

Und Alexandra Meissnitzer schreibt aus Aspen: "Auch wenn wir das ein oder andere Mal mit Kritik konfrontiert werden, es gibt viele Menschen die unsere Tätigkeit schätzen und dies auch kundtun. Darüber freue ich mich sehr und vielleicht sollten wir unsere Aufmerksamkeit wieder mehr dem Positiven widmen."

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Kommentare (64)

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eheidinger
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Co-Kommentar

Mir gefallen die Co-Kommentatoren.
Warum?
Bei allen ist noch zu spüren, dass sie für den Sport noch immer mit Leidenschaft dabei sind. Und sie sehen auch viele Dinge, die nur zu sehen sind, wenn jemand selbst den Sport ausgeübt hat.
Und wenn sie auch nicht immer Burgtheaterdeutsch reden, dann ist das doch kein Mangel, sondern hat einen gewissen Charme.
Und witzig: der Wechsel zum deutschen Sender hat mich nicht vom Co-Kommentator befreit.....

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perplesso
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Schade um das Geld für diese Bedchäftigungspolitik des ORF für arbeitslose Schifahrer. Ich kann das oft doofe Gequatsche, die Kamera-Abfahrten und den oft sehr gewöhnungdbefüfftigen Dialekt eines Herrn Knaus nicht aushalten. Deshalb weiche

ich schon seit Jshrrn auf deutsche Sender aus.

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Alfa166
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@perplesso

Am besten, Sie wandern gleich fix nach Deutschland aus, wenn Sie mit den einzelnen Dialekten in Österreich anscheinend nicht klarkommen.

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perplesso
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Danke für den eher nicht erbetenen Tipp,

Aber ich komme schon klar, bloß etliche unserer Schifahrer haben mit der deutschen Sprache so ihre Probleme. Interessanterweise können sich Sportler aus unseren Nachbarländer (D, CH,...) bei Interviews klar und verständlich ausdrücken. so manche ÖsterreicherInnen haben damit leider ihre Not.

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critica
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Schade wäre es nur um Herrn Sykora, ...

... alle anderen Co-Kommentatoren sind eine Zumutung!
Ersatzlose Streichung ist angebracht.
Weiterversorgung ehemaliger "Dancing-Stars" muss nicht sein.

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unterhundert
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Na gut,

denn lass ma noch gelten, aber einige der Damen sind flüssiger als Wasser, nämlich Überflüssig. Was sich einige Sportreporte(innen) bei Interviews leisten ist sagenhaft. Blöde bis noch blödere Fragen..

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ZENZ1950
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Doppelte Experten

Ich freue mich immer, wenn Experten ihre Meinung bei einer Übertragung einbringen, aber wenn Herr Knauss vor Ort ist, braucht Herr Assinger nicht mehr seinen Senf dazu geben.

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Barolo
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Doppelte Experten

Da bin ich gleicher Meinung. Da Hr. Assinger nur bei den sogenannten"Klassikern"
(Kitzbühel, Wengen...ec.)herangezogen wird weil sich dort auch die ganze Hautevolee versammelt. Da hat der Hr. Knaus immer das Nachsehen.

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schteirischprovessa
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Teilweise sind die Experten

um einiges besser als die Hauptkommentatoren, die wirklich viel Geld kosten.

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pink69
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Falsche Sachverhaltsdarstellung !...

alles Traummändlein....was da noch an Zusatzvereinbarungen und auch Zuschüssen jeden dieser genannten zukommt, bleibt wie vieles anderes in Österreich verschwiegen.... eh klar !

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henry2
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Noch etwas ist kurios: Schweiz

Lese ich die Kommentare der "Couch-Experten" aus unserem westlichen Nachbarland über ihre Kommentatoren und Co-Kommentatoren, so klingt es fast deckungsgleich. Auch die sind mit "ihren" Herrschaften bei SF 1 (oder SF 2) nicht zufrieden. Das ist eine natürliche Sache. Und in Deutschland werden halt mehr jene Kommentatoren zerpflückt, die deren "heilige Kuh" Fußball über haben. Ich kenne nicht die Situation in anderen Ländern, doch darf angenommen werden, dass es überall Raunzer gibt.

Auch ich bin nicht immer mit jenen beim ORF meinungskonform. Der Zuseher daheim weiß einfach vieles besser (oder glaubt's zumindest), da zähle ich mich auch dazu.

Es kann nicht jedem jede Nase gefallen, das ist auch gut so.

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mapem
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Na Gott sei Dank hat jeder die Möglichkeit

sich beim ORF abzumelden oder den Fernseher beim Fenster rauszuschmeißen …
Yes, you can!

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lombok
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die headline sollte heissen:

"was meissnitzer, knauss, sykora und co UNS kosten" ... Der ORF gibt die kosten eh an uns weiter, egal ob wir diesen sender schauen, oder nicht.

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feuersänger
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österreichische respektlosigkeit und widerliche selbstherrlichkeit

ich bin schockiert, wie wenig ahnung die leute von der relevanz kompetenter informationsträger haben. die ex-profis sind die menschen, die am nähesten von allen mal dran waren, was die zu sagen haben ist das relevanteste, das es überhaupt zu sagen gibt. natürlich muß man nicht immer gleicher meinung sein, va wenns um moral, nationalismus und ehrgeiz geht, aber zu sagen, wir wollen die nicht, ist extrem arrogant.
es stimmt, dass einige rhetorikkurse brauchen, dass sie nicht ständig auf der roten linie herumtanzen, hier und da den richtigen fall verwenden, etc, aber das ist noch kein grund für generelle ablehnung. auch persönliche vorlieben wirds immer geben, nur weil man die Meissnitzer nicht aushält, muß man nicht alle schlechtmachen. Sykora, Kogler, Assinger sind großartig, auf die will ich nicht verzichten! andere haben andere lieblinge, das ist legitim.
die experten sind ein relevanter und UNVERZICHTBARER zugang zum sport!

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feuersänger
6
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österreichische respektlosigkeit und widerliche selbstherrlichkeit

ich bin schockiert, wie wenig ahnung die leute von der relevanz kompetenter informationsträger haben. die ex-profis sind die menschen, die am nähesten von allen mal dran waren, was die zu sagen haben ist das relevanteste, das es überhaupt zu sagen gibt. natürlich muß man nicht immer gleicher meinung sein, va wenns um moral, nationalismus und ehrgeiz geht, aber zu sagen, wir wollen die nicht, ist extrem arrogant.
es stimmt, dass einige rhetorikkurse brauchen, dass sie nicht ständig auf der roten linie herumtanzen, hier und da den richtigen fall verwenden, etc, aber das ist noch kein grund für generelle ablehnung. auch persönliche vorlieben wirds immer geben, nur weil man die Meissnitzer nicht aushält, muß man nicht alle schlechtmachen. Sykora, Kogler, Assinger sind großartig, auf die will ich nicht verzichten! andere haben andere lieblinge, das ist legitim.
die experten sind ein relevanter und UNVERZICHTBARER zugang zum sport!

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diewahrheit133
36
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Typisch ORF

wie unsere Gebühren verschwendet werden!
Knaus ist der schlimmste unsympathisch war ein ehemaliger Dopingsünder
haben wohl schon alle vergessen!
weg mit diesen möchte gern Abzockern!!Die braucht keiner sollen es halt mal mit ehrlicher Arbeit probieren!Kann ja wohl nicht sein das die ein schönes Leben führen mit Gebühren und Werbeverträgen!Werbeverträge sind deren Sache aber
ORF Zwangsbeglückung Gebühren nicht!!Meißnitzer ,Assinger und so weiter
allgemein wissen und Rhetorik nichts vorhanden!!!!!Die brauchen wir alle nicht!!!

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Alfa166
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1
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@diewahrheit133

Und wir brauchen hier niemanden, der nicht mal zwei Sätze hintereinander grammatikalisch korrekt schreiben kann, keine Satzzeichen richtig setzen kann und sich dabei über das Allgemein Wissen anderer aufregt.

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marsche
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Rechtschreibung

Sie sollten es mit einem Rechtschreinkurs versuchen.

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reschal
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Sie disqualifizieren sich selbst!

Aus Ihren Worten klingt nur Neid u. Unzufriedenheit.

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zyni
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Die Co-Kommentatoren sind extrem nervig

und teils inkompetent, daher kann man nur umschalten auf andere Sender.
Was mir zB beim ZDF auffällt ist, dass Co-Kommentatoren schönes Deutsch sprechen, im Gegensatz zu so manchem Österreicher.

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Alfa166
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@zyni

Warum bitte, sollte ein österreichischer Co-Kommendator hochdeutsch sprechen? Er/Sie spricht im Dialekt, wie es sich für uns Österreicher auch gehört, wer damit nicht klar kommt, sollte nach Deutschland auswandern.

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sapientia
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zyni, Sie haben es im Gegensatz zu anderen, Ähnliches Postenden erfasst:

"... dass Co-Kommentatoren schönes Deutsch sprechen, im Gegensatz zu so manchem Österreicher."
Ja, auch "manche Österreicher" sprechen Dialekt, und auch Sie werden in Gesprächen, und nichts Anderes soll der Co-Kommentar sein, manchmal Ihren Dialekt verwenden.
Aber die Grundlage aller Raunzereien ist immer: Geiz ist geil!
Der Neid ist eine der hervorragenden Charaktereigenschaften vieler Österreicher:
Unvorstellbar, da ist man einem hervorragenden ehemaligen Schifahrer, Sieger in Weltcuprennen und Medaillengewinner wie dem Hans Knauss sogar neidig, dass er für 400 Euro im 140 km/h - Tempo die Streif hinunterrasen "darf", eine Leistung, die jeder Raunzer wohl auch erbringen könnte ;-) !
Falls Sie wirklich auf den Kultursender verzichten, und sich gebührenlos Ihrem Kulturvergnügen hingeben wollen, kaufen Sie sich einen Blue-Ray-Player, abonnieren Netflix und andere Intelligenz-Medien, einen riesengrossen 200"-Bildschirm und genießen Sie damit Ihre rosarote Hollywood-Illusion!

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rebuh
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ob es für jemanden der sein ganzes leben nichts anderes als schifahren gemacht hat

eine besondere kunst ist, mit einer kamera die streif herunter zu fahren, lassen wir einmal so dahingestellt. für den tv zuseher bringts rein gar nichts, ob streif oder ein rs, für den zuseher schauts aus als obs immer gerade dahin gehen würde.

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fon2024
3
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andaman

rebuh du mußt mal eine WC-Abfahrt ohne Kamera fahren dann kannst du mitreden du superman.

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reschal
2
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Ich statt man oder alle

Lassen Sie die Verallgemeinerungen! Sprechen Sie für sich und nicht für alle Fernsehzuschauer. Ich bin überhaupt nicht ihrer Meinung und zahle auch meine Gebühren.

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tannenbaum
7
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Wirklich nervig ist der Assinger! Meissnitzer will immer mit übertriebener Fachkompetenz Punkten, was manchmal auch Nervt. Hosp nervt mit ihrer "jammerlichen " Stimme ist aber sonst Okay. Knaus ist Super als Kamerafahrer, aber als Kommentator sagt er zu oft, wie der jeweiligene Läufer jetzt fahren sollte. Richtig gut und kompetent sind der Sykora der Goldberger und Mario Stecher! Die Kommentatoren des ORF finde ich allesamt gut, ausgenommen Karoline Planzl. Die nehmen das allesamt recht locker und nicht so wahnsinnig Ernst wie einst ein Heinz Prüller und Konsorten!

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