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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2007 um 12:15 Uhr

"Rekordlöwe" Cerny hört zufrieden auf

Am Donnerstag hat Harald Cerny seinen Rücktritt bekannt gegeben. Im Interview spricht er über seine Zukunftspläne, den Comeback-Kampf und natürlich die "Löwen".

Harald Cerny mit seinem Ex-Coach Walter Schachner

Foto © GEPAHarald Cerny mit seinem Ex-Coach Walter Schachner

Sie haben lange um Ihr Comeback gekämpft, was war nun der ausschlaggebende Grund fürs Karriereende?
Harald Cerny: Ich wollte nach meiner Verletzung wieder 100 Prozent meines Leistungsvermögens erreichen. Das habe ich eineinhalb Jahre lang versucht, aber es hat leider nicht geklappt. Und mit 90 Prozent kann man nicht Profi-Fußball spielen. Das macht keinen Sinn und keinen Spaß.

Letzter Auftritt

Sein letztes Pflichtspiel für die "Löwen" bestritt Cerny, im Februar 2006 beim 2:2 gegen Greuther Fürth.

Sie können dennoch auf eine bewegte Karriere zurückblicken.
Harald Cerny: Ich darf sehr zufrieden sein mit meiner Karriere. Ich war 15 Jahre Profi. 10 Jahre in der höchsten deutschen, zwei Jahre in der höchsten österreichischen und drei Jahre in der zweiten deutschen Liga. Dazu fast 50 Länderspiele und die WM-Teilnahme 1998.

War der frühe Wechsel ins Ausland der Garant für eine derart erfolgreiche Laufbahn?
Harald Cerny: Dass ich in der Jugend den Schritt nach München gewagt habe, war wahrscheinlich das Wichtigste. Auch der Schritt von Innsbruck zurück zu 1860 war wichtig. Hinzu kommt natürlich viel Glück. Unterm Strich konnte ich mich dann sehr lange in der deutschen Bundesliga durchsetzen.

Ist das ein Weg, den Sie jungen Österreichern ans Herz legen können?
Harald Cerny: Ich hab's versucht und das Risiko genommen. Ich kann es nur jedem empfehlen. Auch wenn es nicht klappt, sind es zumindest Lernjahre, von denen man sicher profitieren kann.

Mit 238 Erstliga-Partien sind Sie Rekordspieler von 1860 München, wie fühlt man sich als "Rekordlöwe"?
Harald Cerny: Das ist natürlich eine Riesen-Ehre, denn 1860 ist ja ein echter Traditionsverein. Und wenn man für so einen Klub die meisten Bundesliga-Spiele absolviert hat, dann ist das gleichermaßen Auszeichnung wie Bestätigung.

Der Fußball-Arbeitsplatz München ist ja mit einem in Österreich keinesfalls vergleichbar.
Harald Cerny: Vor allem die Medien stellen einen Riesenunterschied dar. In München gibt es fünf Tageszeitungen und alle TV-Stationen sind dort daheim. Das kann durchaus positiv, aber natürlich auch negativ sein. Auch das Zuschauerinteresse ist enorm, trotz unserer dritten Saison in der zweiten Liga hatten wir einen Schnitt von 40.000.

Was waren die schönsten Momente als ÖFB-Teamspieler?
Harald Cerny: Die Qualifikation und die WM-Endrunden 1998 war das absolute Highlight. Es war unglaublich, dass wir in einer Gruppe mit Schweden und Schottland als Gruppensieger zur WM gefahren sind.


Harald Cerny

Geboren am 13. September 1973 in Wien
Größe/Gewicht: 1,77 m/73 kg
Position: Mittelfeld
Rückennummer: 13
Länderspiele/Tore: 47/4
Familie: verheiratet, 2 Kinder

Seine Karriere als Profispieler begann 1992 beim FC Bayern, ein Jahr später ging er zu Wacker Innsbruck, ehe er von Anfang 1996 bis zuletzt 1860 München die Treue hielt.

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