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Zuletzt aktualisiert: 31.05.2007 um 13:57 Uhr

"Hassobjekt" Ivanschitz im Hanappi gnadenlos ausgepfiffen

Ein harter Kern von Rapid-Fans pfiff den ÖFB-Teamkapitän beim Schottland-Match gnadenlos aus. Der Rest des Stadions unterstützte den Burgenländer.

Andreas Ivanschitz gab sich gelassen

Foto © GEPAAndreas Ivanschitz gab sich gelassen

Fassungslosigkeit hat im Lager des ÖFB auf Grund der Hasstiraden einiger Zuschauer gegen Kapitän Andreas Ivanschitz während der 0:1-Niederlage im Testspiel gegen Schottland geherrscht. Der Panathinaikos-Legionär, dem einige Rapid-Fans noch immer nicht den Weggang aus Wien-Hütteldorf nach Salzburg im Jänner 2006 verziehen haben, wurde am Mittwoch von rund 200 Personen auf der West-Tribüne des Hanappi-Stadions bei jeder Ballberührung mit gellenden Pfiffen bedacht, außerdem musste der Mittelfeldspieler zahlreiche beleidigende Sprechchöre über sich ergehen lassen.

Eckbälle. Bei von Ivanschitz ausgeführten Eckbällen stürmten Dutzende Richtung Eckfahne, ihre Wurfgegestände blieben im Fangnetz hängen. Teamchef Josef Hickersberger, verurteilte die Reaktionen der Fans. "Dass der Kapitän von den eigenen Fans nicht nur beschimpft, sondern auch bespuckt wird, dass seine Mutter diskreditiert wird, tut mir persönlich weh. In solchen Augenblicken bereue ich es, Rapid-Trainer gewesen zu sein." Wegen körperlicher Probleme wollte der 59-Jährigen seinen Kapitän eigentlich vorzeitig vom Feld nehmen, "aber ich habe ihn dann bewusst nicht ausgewechselt, weil das ein Sieg für diese Idioten gewesen wäre."

Ich geniere mich. Auch ÖFB-Präsident Friedrich Stickler versteht die Haltung der Fans nicht: "Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Manchmal geniere ich mich, ein Österreicher zu sein. Ich kenne kein Land, wo so etwas möglich ist", sagte der Lotterien-Boss unmittelbar nach dem Schlusspfiff und sprach von "Terror". Am gelassensten reagierte noch der Betroffene selbst. "Ich habe es einfach ignoriert. Die übrigen Fans haben mir applaudiert und sind hinter Österreich gestanden", sagte Ivanschitz.

Neuauflage. Da bereits am Samstag im Länderspiel gegen Paraguay eine Wiederholung droht, meinte Hickersberger: "Es wäre besser, die West-Tribüne zu sperren." Der Wunsch des Teamchefs dürfte aber nicht in Erfüllung gehen, wie Reinhard Nachbagauer, der ÖFB-Organisator für das Länderspiel-Doppel, erklärte. "Das Thema wurde angesprochen, aber wir gehen nicht davon aus, dass die Tribüne gesperrt wird, weil sich dann die Schwerpunkte nur woanders hinverlagern würden."


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Fakten

Ivanschitz war bis Jänner 2006 Rapid-Spieler, 2003 Österreichs Fußballer des Jahres und 2005 einer der wichtigsten Bestandteile der Rapid-Meistertruppe. Sein Transfer Anfang 2006 zu Liga-Konkurrent Salzburg hatte bereits damals für heftige Wellen gesorgt. Seit August 2006 spielt Ivanschitz für Panathinaikos.

Foto

Foto © GEPA

Bild vergrößernDas Hanappi-StadionFoto © GEPA

The Herald

Die schottische Zeitunfg über den Team-Kapitän: "Ivanschitz, der eleganteste Spieler auf dem Platz, musste eine skandalöse Flut an Beleidigungen von einem Teil der Gastgeber-Fans über sich ergehen lassen."

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