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Rapids Maierhofer stürzte Austria noch tiefer in die Krise

Nach der 0:2-Niederlage gegen Rapid im Wiener Derby steht auch der verfrühte Abzug von Austria-Coach Zellhofer zur Debatte.

© GEPA
 
Ausgerechnet eine blamable Vorstellung beim Erzrivalen Rapid (0:2) hat die Austria am Dienstag im 285. Wiener Fußball-Derby noch tiefer in die sportliche Krise gestürzt. Hatten die Violetten noch als einer der echten Titelkandidaten überwintert, so müssen sie nach drei Niederlagen in Folge sogar um einen Europacup-Platz zittern. Trainer Georg Zellhofer, der seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert, könnte nun doch noch vor Saisonende seinen Hut nehmen.

Krisengipfel

Nach drei Niederlagen in Serie treten die Führungsspitzen der Austria Magna am Mitt-woch zur Beratung der sportlichen Krise zusammen
Zellhofer. Die Leistung im Derby war fürwahr eine enttäuschende. Spielerische Akzente vermochten die "Veilchen" keine zu setzen, Rapid-Torhüter Helge Payer musste sich nicht ein einziges Mal wirklich auszeichnen. Dass seine am Sonntag überraschend getroffene Entscheidung vom Abschied mit Saisonende dabei eine Rolle gespielt hat, wollten weder Zellhofer noch seine Spieler wahrhaben. "Natürlich muss ich den Kopf hinhalten, aber die Spieler sind in der Pflicht. Hinter meiner Entscheidung darf sich keiner verstecken", betonte Zellhofer, der vor allem Einsatz und Laufbereitschaft bemängelte. "Es kann nicht sein, dass ich auf der Bank der Emotionsgeladenste bin. In einem Derby muss mehr kommen."

Gespräche. An einen sofortigen Rücktritt dachte der scheidende Austria-Trainer allerdings nicht. Dennoch hat die Austria nur drei ihrer vergangenen 20 Pflichtspiele gewonnen. Seit dem 0:0 zu Hause gegen den LASK habe sich Verunsicherung breitgemacht, gestand ÖFB-Teamspieler Joachim Standfest. Die Leistung gegen Rapid war allerdings der negative Höhepunkt. "Das war wirklich schlecht - einer Austria nicht würdig", betonte auch Manager Markus Kraetschmer. "Jetzt zur Tagesordnung überzugehen, wäre unverantwortlich." Die Austria-Führung traf daher am Mittwoch zu Gesprächen über die unmittelbare Zukunft zusammen - möglicherweise auch jene von Zellhofer.

Rapid. Bei Rapid herrschte nach dem 118. Derby-Sieg dagegen eitel Wonne. Vor dem Match am Sonntag auswärts gegen Meister Red Bull Salzburg haben die Hütteldorfer ihre Titelträume am Leben erhalten. Wenngleich Trainer Peter Pacult betonte, dass die Meisterschaft weder bei Sieg noch Niederlage in Wals-Siezenheim bereits entschieden sei. "Vorerst bin ich einmal glücklich, dass wir das Derby gewonnen haben - für unsere Mannschaft, aber vor allem für unsere Fans. Wir sind dabei, das ist ganz wichtig."

Joker. Schon in Graz gegen Sturm (2:0) hatte Pacult mit der Einwechslung von Stefan Maierhofer ein glückliches Händchen bewiesen. Der 2,02 m große Stürmer avancierte mit zwei Toren (66., 82.) erneut zum Matchwinner. Rapid ist damit seit über einem Jahr gegen die Austria ungeschlagen. Die ersten drei Duelle der laufenden Saison hatten allesamt remis geendet. "Eigentlich hätten wir von den vier Derbys sogar drei gewinnen müssen", meinte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann. "Diesmal haben wir es endlich getan."