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Sturm behält den Joker im Talon

Eigentlich wollte Amadou Rabihou seine Zelte bei Sturm abbrechen. Doch nach seinen zwei Toren gegen Altach bleibt der Kameruner. Ein Probetraining in Belgien wurde abgesagt.

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Eigentlich hätte Amadou Rabihou, 22-jähriger Kameruner im Dienste des SK Sturm und mit zwei Last-Minute-Toren Matchwinner gegen Altach, gestern in Richtung Belgien aufbrechen sollen, um dort ein Probetraining bei Erstligaklub KSV Roeselar zu absolvieren. Die Betonung liegt auf eigentlich, denn Rabihou blieb in Graz und da soll er, bis auf weiteres auch bleiben.

"Er soll bleiben". Diese Meinung vertreten zumindest zwei Leute, die beim SK Sturm etwas zu reden haben - Trainer Franco Foda und Manager Walter Hörmann. "Er wird bei uns bleiben, denn er hat das Zeug zu einem Riesenknipser." Eine Meinung, der sich auch Foda anschließt. "Rabihou ist sehr wertvoll für uns, schließlich war er im letzten Jahr mit sieben Treffern unser erfolgreichster Torschütze. Und ich bin mir sicher, dass er heuer mehr Tore erzielen wird." Am Samstag gab es für den "sensiblen Spaßvogel", so die Beschreibung seines Trainers, auch Jubel von den Tribünen, das war in der vergangenen Saison nicht immer so. Rabihou erntete oft Pfiffe von den Fans. Eine Tatsache, die den Kameruner, der 2002 von Milans Nachwuchs kam, in der Sommerpause veranlasste, Sturm zu bitten, ihn ziehen zu lassen - trotz eines bestehenden Vertrages bis Sommer 2008.

Unterschätzt. Man stimmte zu, allein es fehlten bisher die Interessenten. Zwar saß gegen Altach ein Scout von Rosenborg Trondheim in der UPC-Arena und auch das Probetraining in Belgien war bereits fixiert, aber nach den zwei Toren gegen Altach ist alles wieder anders. Nach dem Schlusspfiff verriet Rabihou, dass er sich in Graz wohl fühle und eigentlich in der Steiermark bleiben möchte. Für Coach Foda die richtige Entscheidung und das aus gutem Grund. "Rabihou wird oft unterschätzt, er hat durchaus die Voraussetzungen, ein großer Spieler zu werden.

Prödl überlegt noch. Ein solcher soll auch Rabihous Mannschaftskollege Sebastian Prödl einmal werden. Und im Gegensatz zu Rabihou mangelt es beim Kirchberger nicht an Interessenten. Aber Prödl überlegt noch. "Aber in dieser Woche möchte ich eine Entscheidung treffen." Allerdings bahnt sich beim deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg eine Entscheidung an, die Prödl betreffen könnte. Die Wolfsburger, denen auch ein Interesse am Jungstar nachgesagt wird, sollen kurz vor der Verpflichtung des Innenverteidigers Jan Simunek von Sparta Prag stehen. Simunek? Da war doch was? Richtig, der 20-Jährige führte als Kapitän Tschechien bei der U-20-WM in Kanada zum Vizeweltmeistertitel und schlug im Halbfinale Prödl und Co. Ein Detail bei diesem Transfer wird Sturm-Boss Hans Rinner interessieren. Simunek kostet 5 Millionen Euro Ablöse, genau jene Summe, die er als Schmerzgrenze bei einem möglichen Prödl-Transfer angab.