Kapitulation vor der Gewalt
Der Kölner Fußballer Kevin Pezzoni löste seinen Vertrag, weil er von Fans bedroht wurde. Ganz Deutschland ist schockiert.

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Erst war sie nur eine kleine Randnotiz, die Meldung von der Vertragsauflösung zwischen dem 1. FC Köln und dem Spieler Kevin Pezzoni. Mittlerweile füllt sie die Seiten der Zeitungen. Ganz Deutschland diskutiert über die "Causa Pezzoni", zeigt sie doch auf, dass man ein ernstes Problem im Lande hat.
Es ist die hässliche Fratze des Fußballs, die die Deutsche Bundesliga erschüttert. Der 23-jährige Mittelfeldspieler kapitulierte vor der Gewalt von Fans. Vor einer Woche, bei der 0:2-Niederlage in Aue hatte Pezzoni eine schwache Leistung geboten und musste rot gefährdet nach 34 Minuten ausgetauscht werden. Die Mobbing-Spirale begann sich zu drehen. Bei Facebook gründete sich eine Anti-Pezzoni-Gruppe, der über 400 Menschen beitraten. Man rief auf, beim Training Pezzoni zu zeigen, "wo es langgeht." Sein Auto wurde beschmiert. Und dann der traurige Höhepunkt: Vor seiner Privatwohnung lauerte eine Gruppe Chaoten dem Spieler auf, es wurde gepöbelt und gedroht. "Sie haben ihm klargemacht, dass sie ihm wehtun wollen. So kann ein 23-Jähriger nicht mehr unbeschwert Fußball spielen", war Köln-Trainer Holger Stanislawski geschockt. Schon im vergangenen Februar hatte ein FC-Fan Kevin Pezzoni bei einer Karnevalsfeier die Nase gebrochen.
Nach dessen Kapitulation vor der Gewalt schrillen in der Liga nun die Alarmglocken. "Dass wie in diesem Fall sogar in die Privatsphäre des Spielers eingedrungen wird, ist eine neue Stufe der Eskalation", wird ein entsetzter Liga-Präsident Reinhard Rauball in der "Welt am Sonntag" zitiert.
"Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot", stand im April auf einem Transparent, das Köln-Fans auf dem Trainingsgelände aufgehängt hatten. Pezzoni wird sich auch daran erinnert haben, als er jetzt zu seiner Familie nach Frankfurt flüchtete. Und einmal mehr ist es einer Gruppe dummdreister, gefährlicher Chaoten gelungen, den Fußball in Geiselhaft zu nehmen.




















