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Zuletzt aktualisiert: 13.08.2012 um 11:14 UhrKommentare

Salzburg hinterfragt sich

Rapid hat die Derby-Pleite mit dem 2:0-Sieg in Salzburg ausgebügelt. Red-Bull-Trainer Roger Schmidt geht indes mit seinen Kickern hart ins Gericht: "Vielleicht geht es ihnen hier zu gut."

Das "Highlight" des Spiels: Soriano schoss den Ball beim Elfer meterweit übers Tor

Foto © APADas "Highlight" des Spiels: Soriano schoss den Ball beim Elfer meterweit übers Tor

Nach der Derby-Klatsche am Boden, hat Rapid eine Woche ganz nach dem Geschmack seiner Fans abgeliefert. Am Donnerstag schafften die Grünweißen in einer Nervenschlacht gegen Novi Sad den Aufstieg in der Europa League-Qualifikation, drei Tage später legten die Hütteldorfer mit einem 2:0-Auswärtssieg bei Meister Salzburg nach. Dank des besseren Torverhältnisses liegt Rapid in der Tabelle nach vier Runden nun gar vor Erzrivale Austria, der SV Ried sowie dem abgelösten Spitzenreiter Salzburg voran.

"In dieser Saison hatten wir nur einen Ausreißer - die Derby-Niederlage. Wir sind im Europacup weiter, und haben jetzt bewiesen, dass wir auch in Salzburg bestehen können", meinte Peter Schöttel. Rapids Trainer konnte sich darüber freuen, dass die nach der Derby-Pleite aufkommende Kritik schon im Keim erstickt wurde. Nach dem laut Steffen Hofmann "sehr süßen" Erfolg in der Mozartstadt - dem ersten seit dem denkwürdigen 7:0 im März 2008 - scheint der Hausfrieden im Westen Wiens wieder gewahrt.

Geht es den Spielern zu gut?

Anders in Salzburg. Dort schien Coach Roger Schmidt nach der ersten Liga-Niederlage nach drei Siegen bzw. der ersten nach saisonübergreifend 17 Spielen bedient. Der Deutsche ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. "Wir müssen uns jetzt alle hinterfragen, auch ich selbst, wie ich mit den Spielern umzugehen habe. Vielleicht geht es ihnen hier in Salzburg zu gut", sagte Schmidt - und sprach damit den alten Vorwurf an, wonach bei den "Bullen" eine gewisse Söldner-Mentalität vorherrscht.

Dass Salzburg in einem vielbeachteten Spiel vor immerhin 16.600 Zuschauern den Erwartungen hinterherhinkte, war Schmidt ein Dorn im Auge. "Red Bull bringt man immer mit Qualität in Verbindung, für mich zählt aber nur die Qualität, die man am Platz sieht und das war heute zu wenig. Wir haben im Prinzip alles vermissen lassen, kein Spieler hat die Initiative ergriffen, es hat sich jeder auf den anderen verlassen", monierte der seit Sommer amtierende Trainer.

Elfer in die Wolken

Dass sich mit Torhüter Alexander Walke ein sonst verlässlicher Akteur einen folgenschweren Patzer zum 0:1 durch Deni Alar (26.) leistete, passte an diesem Nachmittag gut ins Bild. Für das i-Tüpfchen sorgte nach Rapids 2:0 durch den eingewechselten Lukas Grozurek (76.) dann Jonathan Soriano, der die letzte Chance auf ein mögliches Comeback in der wohl kuriosesten Situation der noch jungen Saison vergab. Der Spanier, mit fünf Treffern immerhin Führender der Torschützenliste, jagte einen Elfmeter (81.) mehrere Meter über die Latte.

"Schade, wenn in so einem Stadion der Platz nicht in Ordnung ist, Soriano kann nichts dafür", verteidigte Jakob Jantscher seinen Teamkollegen. Der ÖFB-Internationale zeigte zumindest Mut zur Selbstkritik: "Wir haben alles vermissen lassen, so kann man gegen Rapid nicht bestehen."

Die Möglichkeit auf eine Reaktion ergibt sich für Salzburg am kommenden Samstag auswärts bei der Admira. Rapid empfängt dann zu Hause Sturm Graz, ehe es ins Hinspiel der Europa-League-Qualifikation gegen PAOK Saloniki (23. August) geht. Die grünweißen Batterien sollten bis dahin noch voll geladen sein. "Wir haben gezeigt, dass wir mit der Doppelbelastung umgehen können und man darf zum jetzigen Zeitpunkt auch in englischen Wochen keine Müdigkeit spüren", erklärte Regisseur Hofmann.


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