Bullen-Projekt mit Nachhaltigkeit
Ralf Rangnick, der neue starke Mann in Salzburg, spricht vor dem Rückspiel gegen Düdelingen am Dienstag über seine Ziele mit den Bullen und warum er nichts von Videos hält. Das EL-Quali-Spiel bei uns im Livescore!

Foto © GEPARalf Rangnick
Ralf Rangnick ist begehrt. Doch einfach ist es nicht, seiner unter vier Augen habhaft zu werden - der Großteil der Interviewanfragen wird abgeschmettert. Nicht jedoch von seinem Arbeitgeber Red Bull, der leitet die Anfragen nur weiter. Die Absagen kommen dann von der Medienagentur, die nebst Leuten wie Bayerns Mario Gomez oder Schlager-Superstar Andrea Berg eben auch Rangnick unter Vertrag hat und in Medienangelegenheiten berät und betreut.
Da sich der 54-Jährige aber doch nicht gänzlich verschließen möchte, hielt er im Vorfeld des heutigen Champions League-Qualifikationsrückspiels Salzburg gegen Düdelingen vor einer kleinen Schar an Journalisten Hof im Hangar 7. Und dass der Mann noch im Herbst des vergangenen Jahres seinen Trainerjob bei Schalke 04 wegen eines Burn-outs aus freien Stücken hingeschmissen hat, kann man sich angesichts seiner Vitalität beim besten Willen nicht vorstellen.
Fokus auf die Akademie
"Danke, mir geht es sehr gut", sagt der zwischen Salzburg und Leipzig hin- und hergerissene Sportdirektor, der da wie dort große Pläne hat. Einerseits will er mit dem Viertligisten aus dem Osten Deutschlands so schnell wie möglich in die Bundesliga, andererseits mit Salzburg hoch hinaus. Wobei Salzburg nicht über Nacht passieren muss. "Es ist nicht gesagt, dass wir, wenn wir Düdelingen packen, in der nächsten Runde Marburg ausschalten. Garantieren kann das keiner." Was er allerdings glaubt, garantieren zu können: "Dass in Zukunft noch mehr Wert auf die Ausbildung in der Akademie gelegt wird, dass das Gerüst der Mannschaft aus jungen Leuten gebildet wird, die wir ausgebildet haben. Wie es beispielsweise auch in Basel ausgezeichnet gelingt. Was aber nicht heißt, dass nicht auch arrivierte Spieler geholt werden." Apropos Spieler engagieren: "Geheilt" vom Fehlkauf Boghossian, der gleichsam als Katze im Sack unter Vertrag genommen wurde, "wird's unter mir keinen Neuen geben, den ich nicht zumindest einmal live gesehen und mit dem ich nicht zumindest einmal auch persönlich geredet habe. Von Best-of-Videos lasse ich mich nicht blenden."
Fix ist: Ein Stürmer soll noch neu dazu stoßen und für den verletzten Svento Ersatz her. Zusätzlich sollen in Zukunft zwischen Salzburg und Leipzig vermehrt Synergieeffekte genutzt werden: gemeinsames Scouting etwa, interne Transfers, Angleichung der Spielweise.
Was die Vergangenheit betrifft, hüllt sich der ehemalige Erfolgscoach der TSG Hoffenheim, der fast täglich mit Bullen-Klubchef Mateschitz in Kontakt steht, in Schweigen. Frühere Fehler möchte er nicht kommentieren, ebenso den Umstand nicht, dass (Erfolgs-)Versprechen seit 2005 Jahr für Jahr gegeben und ebenso oft nicht eingehalten wurden. "Was wir jetzt starten", schwört Rangnick, "ist ein Projekt mit Nachhaltigkeit."





















