Scharner nimmt gegen Arsenal Abschied von West Bromwich
Für den österreichischen Fußball-Teamspieler Paul Scharner steht der kommende Sonntag im Zeichen des Abschieds.

Foto © APAPaul Scharner
Der Niederösterreicher absolviert mit dem Heimspiel gegen Arsenal seinen letzten Auftritt für West Bromwich Albion. Vor zwei Jahren stieß Scharner von Wigan Athletic zu den "Baggies" - nun endet der Vertrag, weil es der 32-Jährige in dieser Saison nicht auf genügend Einsätze brachte, um eine automatische Verlängerung zu erwirken.
"Habe meine Mission erfüllt"
25 Premier-League-Partien mit 20 oder mehr Minuten hätte Scharner benötigt, diese Vorgabe wurde bisher aber nur in 20 Spielen erfüllt. Vor diesem Hintergrund waren für den Mittelfeldspieler die vielen Kurzauftritte der vergangenen Wochen kein Zufall. "Ich hatte schon den Eindruck, dass es der Klub so wollte, dass sich der Vertrag nicht verlängert."
Scharner verlässt den aktuellen Tabellenzehnten allerdings nicht im Streit. "Ich hatte eine schöne Zeit bei einem professionellen Klub und habe meine Mission erfüllt. Ich bin geholt worden, damit West Brom in der Premier League bleibt, und das ist gelungen."
Im Vergleich zu seiner ersten Station auf der Insel bei Wigan Athletic (Jänner 2006 - Juni 2010) sei West Bromwich als Gründungsmitglied der "Football League" ein anderes Kaliber gewesen. "Wigan spielt zum ersten Mal in der Premier League. West Bromwich hat eine ganz andere Geschichte, war schon Meister, FA-Cup- und Liga-Cup-Sieger. Das merkt man allein schon an der Fan-Basis. Letzten Sonntag beim 2:2 in Bolton haben uns 4.000 Anhänger begleitet."
206 Spiele und 21 Tore in Englands Eliteliga
Nicht zuletzt deshalb fällt der Weggang aus der Stadt nahe Birmingham schwer, schließlich erlebte Scharner mit dem Klub unvergessliche Momente. Dazu zählt er das Siegestor gegen Aston Villa am 22. Oktober des Vorjahres und den damit verbundenen ersten Auswärtssieg von West Brom gegen Villa seit 1979. Außerdem wird Scharner sein entscheidendes Tor zum ersten vollen Erfolg der "Baggies" in Newcastle nach 35 Jahren im Dezember 2011 lebhaft in Erinnerung bleiben.
Gegen Arsenal kehrt der Niederösterreicher nun gleichsam zu seinen Anfängen auf der Insel zurück. Am 10. Jänner 2006 erzielte Scharner in seinem ersten Pflichtspiel auf der Insel das Tor zum 1:0 von Wigan im Liga-Cup gegen die "Gunners", die am Sonntag im Kampf um die Champions-League-Teilnahme dringen Punktezuwachs brauchen. Einen ähnlichen Spielverlauf würde sich der Ex-Austrianer auch diesmal wünschen. "Denn es ist ein Wermutstropfen, dass ich für West Bromwich noch kein Tor in einem Heimspiel erzielt habe."
Die Möglichkeit dazu dürfte er vom scheidenden West-Brom-Trainer und künftigen englischen Teamchef Roy Hodgson bekommen. "Ich habe mit ihm gesprochen und bin zuversichtlich, etwas länger zu spielen, auch wenn ich wahrscheinlich nicht beginnen werde." Derzeit steht Scharner bei 61 Premier-League-Einsätzen für den Klub aus den Midlands. Die Auftritte für Wigan mitgerechnet, hält der 32-Jährige bei 206 Spielen und 21 Tore in Englands Eliteliga.
Team hat Priorität
Diese Zahl soll sich noch erhöhen. "Bei der Suche nach einem neuen Verein hat die Premier League Priorität", betonte Scharner, der sich fit genug für weitere Saisonen im englischen Oberhaus sieht. "Ich habe noch einige Jahre in mir, in denen etwas weitergehen wird."
In dieser Spielzeit hatte Scharner im Gegensatz zu den vergangenen Jahren mit vielen Verletzungen zu kämpfen - so erlitt er etwa eine Knieverletzung sowie einen Rippen- und Handbruch. Der Familienvater wertete dies auch als Zeichen für einen Tapetenwechsel. "32 Jahre lang habe ich mir nichts gebrochen, und dann innerhalb von drei Monaten zwei Knochen. In dieser Hinsicht glaube ich nicht an Zufälle."
Was seinen neuen Arbeitgeber betrifft, zeigt sich Scharner flexibel. Falls es gewünscht sein sollte, werde er auch in die Rolle des Innenverteidigers schlüpfen. "Und das Geld ist nicht die entscheidende Frage." Viel wichtiger ist für den 38-fachen ÖFB-Internationalen das Abschneiden in der WM-Qualifikation. "Für mich hat in den nächsten zwei Jahren Priorität, dass wir in Brasilien dabei sind."




















