Bruderzwist in der Europa League
Atletico Madrid und Athletic Bilbao hatten einst viel gemeinsam. Am Mittwoch treffen sie im Europa-League-Finale aufeinander.

Foto © GEPAAtletico gegen Athletic ist auch ein Duell der Torjäger Falcao (links/Madrid) und Llorente
Das heutige Kräftemessen in Bukarest (20.45 Uhr, Kabel 1 & Sky live) liefert gleich mehrere Aha-Erlebnisse. Nicht nur, dass sich mit Atletico Madrid und Athletic Bilbao zwei spanische Klubs duellieren (das gab's zuletzt 2007 im UEFA-Cup-Endspiel, als der FC Sevilla Espanyol Barcelona im Elferschießen bezwang) und beide Mannschaften jeweils von einem Argentinier (Diego Simeone bei den Madrilenen bzw. Marcelo Bielsa bei den Basken) trainiert werden.
Anfangs akzeptierte Bilbao auch Briten
Ebenso erwähnenswert ist die Tatsache, dass es sich beim Duell Atletico gegen Athletic auch um eine Art Familienzwist handelt. Denn Atletico war bei der Gründung 1903 fast ein Ableger Bilbaos, wurde es doch von Studenten gegründet, die eigentlich dem Athletic Club de Bilbao angehört hatten, der bereits 1898 aus der Taufe gehoben worden war. Nicht zuletzt deshalb, weil die Hafenstadt enge Geschäftsverbindungen mit Großbritannien pflegte und auch viele Briten in den Werften Bilbaos arbeiteten und den Fußball mitbrachten. Deshalb war es Briten in den Anfangsjahren auch gestattet, bei Bilbao zu spielen. Erst später wurde die einzigartige Gepflogenheit, dass bei Bilbao nur Basken kicken dürfen, eingeführt.
Die Antipathie zwischen beiden Klubs hat auch politische Gründe. Denn während des Spanischen Bürgerkriegs unterdrückte General Franco die baskische Minderheit, deren einziges Ventil zur Meinungsäußerung der Fußball und Athletic war. Noch dazu war Atletico bis in die 60er-Jahre der Lieblingsklub des verhassten Diktators.
Zurück zum Sport: Während Atletico 2010 die Europa League gewann, geht es für Bilbao (das 1977 das UEFA-Cup-Finale verlor) um den ersten Titel.






















