Juve holt den Scudetto
Die "Alte Dame" ist zurück: Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin sicherte sich Sonntagabend mit einem 2:0-Sieg über Cagliari den Titel in der Serie A. Verfolger Milan unterlag im Derby dem Stadtrivalen Inter mit 2:4.

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Es war im Jahr 2006, als die "Alte Dame" kurz nach dem Gewinn des 29. italienischen Meistertitels stürzte. Über einen Bestechungsskandal war sie gestolpert, um in weiterer Folge tief zu fallen. In die Serie B wurde die betagte Signora zwangsversetzt.
Dort in der Zweitklassigkeit des italienischen Fußballs sollte sie verschwinden. Bedeutungslos, zweier Meistertitel aus den Jahren 2005 und 2006 beraubt, mit einem Punkteabzug bestraft, sollte sie fortan ein tristes Dasein fristen. Doch die "Alte Dame" hat sich aufgerappelt. Nur kurz tingelte sie über die Provinzbühnen des Landes, kämpfte sich bereits ein Jahr nach dem Zwangsabstieg zurück auf die großen Fußballbühnen und jetzt, sechs Jahre später zurück ins Rampenlicht.
Die Auferstehung
Am Sonntag feierte sie ihre sportliche Auferstehung. Forza Juve! Italiens Fußball trägt wieder Schwarz-Weiß. Juventus Turin holte sich den 28. "Scudetto". 2:0 gewann Italiens Rekordmeister in Triest gegen Cagliari. Dorthin musste man ausweichen, weil der Gegner aus Sicherheitsproblemen nicht im heimischen Stadion spielen durfte. Und weil Inter Mailand im Derby Juventus' hartnäckigsten Verfolger, den AC Milan, niederrang, reichte es für die vorgezogene Meisterfeier.
Die Spieler lagen sich jubelnd in den Armen, tausende Fans stürmten siegestrunken den Rasen. Mittendrin, Gianluiggi Buffon, lebende Tormann-Legende der Turiner und Alessandro Del Piero, Juves Rekordspieler, der den Verein im Sommer nach 19 Jahren verlassen wird. Sie waren neben Mauro Camoranesi. David Trezeguet und Pavel Nedved zwei der Superstars die 2006, in der schwärzesten Stunde des Vereins, bei Juventus blieben und auch den Gang in die Niederungen des italienischen Calcio nicht scheuten. Andere, wie Cannavaro, Zambrotta, Vieira, Thuram oder Ibrahimovic wandten sich ab.
Titel-Diskussion
Jetzt wurde Buffon für seine Treue belohnt. Doch unter die Jubelchöre der Juventus-Tifosi, mischten sich auch kritische Töne. Ganz hatte man den Skandal von 2006 noch nicht verarbeitet. Heftig diskutierte über die Anzahl der gewonnenen Meistertitel. "Wir feiern den 30. Meistertitel", tat Juves Sportdirektor Giuseppe Marotta kund. In Turin ist man nämlich der Meinung, dass auch Inter Mailand einst Einfluss auf die Unparteiischen genommen hat und will die beiden aberkannten Titel zurück.
Das signalisierten auch die Fans, die in Triest Tafeln mit der Zahl 30 schwangen. Dass man sich seinerzeit, angeführt vom zwielichtigen Manager Luciano Moggi, freilich Ungeheuerliches geleistet hatte, darüber wollte man in dieser Nacht nicht reden.





















