Pep geht bei Barca, aber Guardiola bleibt
Erfolgstrainer Pep Guardiola verlässt den FC Barcelona, sein Nachfolger steht ja bereits fest: Co-Trainer Tito Vilanova soll bei den Katalanen den Stil der letzten Jahre beibehalten.

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Die Gespräche, die ich mit meinem ehemaligen Brescia-Teamkollegen Pep Guardiola geführt habe, waren inhaltlich immer intensiv, detailliert und emotional. Durch den Druck in Barcelona, nicht nur Titel gewinnen zu müssen, sondern auch mit der Darbietung selbst zu begeistern, war er ständig auf der Suche nach dem perfekten Spiel. Nie wurde er müde zu erklären, was für ein Glück er habe, mit Spielern wie Messi, Xavi oder Iniesta arbeiten zu dürfen. Sein größtes Glück aber sei, einen Mann an der Seite zu haben, der den "gleichen Blick" auf das Spiel hätte.
Mit Tito Vilanova brauchte er nicht über Grundsätzliches zu diskutieren, es ging immer nur ums Detail. Diesen gemeinsamen Blick entwickelten sie während ihrer Ausbildung als Spieler in der berühmten Fußball-Schule "La Masia". Auch als sich ihre Wege trennten, blieben sie immer in Kontakt und tauschten sich über Entwicklungen im Fußball aus. Als Guardiola 2007 als Trainer zu Barcelona zurückkehrte, war eine seiner Bedingungen, Tito an seiner Seite zu haben. Gemeinsam holten sie 13 Titel.
Superhirn
Vilanova hatte unter Guardiola den Ruf als taktisches Superhirn im Hintergrund. Pep beschreibt ihn als ebenso fußballverrückt wie sich selbst. So konnte er etwa stundenlang mit ihm über einen Outeinwurf diskutieren. Seine Spielvorbereitungen und Analysen arbeitet Vilanova derart akribisch auf, dass selten Fragen aufkamen. Tito versteht es, perfekt ein Spiel zu lesen oder auch korrigierend einzugreifen. Vor allem bringt er alle Eigenschaften mit, die in Barcelona groß geschrieben sind: Einstellung zum Spiel, Charakter als Profi, Persönlichkeit als Führungskraft.
Mit Tito wird die Barca-Philosophie weitergetragen. Er ist unumstritten im Verein. Er weiß, dass er mit dieser Mannschaft auch künftig Großes leisten kann. Er weiß aber auch, dass er dafür einiges ändern wird müssen. Für verdiente Stars wie Alves oder Puyol müssen jüngere, schnellere und taktisch gut ausgebildete Spieler gefunden werden, um noch moderner und offensiver agieren zu können.
Tito ist der perfekte Nachfolger. Er wird Barca mit seinen Ideen seinen Stempel aufdrücken. Und die Fans dürfen sicher sein, dass sie auch in den kommenden Jahren einen innovativen, attraktiven und offensiven FC Barcelona erleben werden.
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Fakten zum Autor
Markus Schopp (38), spielte für Sturm, Hamburger SV, Brescia, Salzburg und New York Red Bulls.













