Tanja Schett: Richterin am Fußballfeld
Die 37-jährige Tanja Schett aus Villach zählt zur Elite der FIFA-Schiedsrichterinnen. Zurzeit trainiert sie für einen Bundesliga-Leistungstest.

Foto © KLZ/TraussnigDie Karte zückt Schett bei den Männern in der zweiten Bundesliga, bei Frauen in UEFA-Matches
"Frauen spielen technisch feiner, Männer gehen härter ran, sind körperbetonter. Zickereien gibt es aber überall." Tanja Schett hat den direkten Vergleich, sie leitet als Schiedsrichterin seit fast 20 Jahren sowohl Frauen- als auch Männerfußballspiele. Gerade erst hatte die Villacherin wieder einen ihrer vielen internationalen Auftritte.
Schett, die von der UEFA als eine von zwölf Elite-Schiedsrichterinnen geführt wird, pfiff das Spiel der Damennationalteams Schweiz und Deutschland. Es ging um die Qualifikation zur Europameisterschaft, das Medieninteresse war groß, das Stadion aber nur klein. "Bei der Sicherheitsbesprechung ist es deswegen ziemlich turbulent zugegangen", sagt Schett, die spannungsgeladene Situationen nicht nur vom Fußballfeld kennt. Die Villacherin ist im Zivilberuf Volksschullehrerin und muss da auch manchmal die Kinder "zurückpfeifen".
Beim Vergleich Stadion gegen Klassenzimmer hält Schett die Schüler für disziplinierter, nicht zuletzt, weil sie dort mehr Sanktionsmöglichkeiten habe. Dennoch lässt sie das Fußballfeld nicht los, Schett ist dort quasi aufgewachsen. "Meine Eltern waren Mitarbeiter beim Sportklub St. Magdalen und nahmen mich zu allen Spielen mit."
Selbst zu spielen hat sie nie so fasziniert, wie in der Mitte zu stehen. Dass sie dafür auch fit ist, muss sie immer wieder beweisen. Wie hart die Anforderungen sind, zeigte die letzte Überprüfung für Bundesliga-Schiris: Schett war gesundheitlich angeschlagen und muss deshalb den Lauftest wiederholen.
Hartes Training ist ihr aber im Sport ebenso wenig fremd wie in der Musik: Sie spielt Klavier und Querflöte. Zum Musizieren kommt sie nur mehr selten, um sich fit zu halten, läuft sie Halbmarathons und spielt Tennis beim Askö Villach.
Der Sport macht auch nicht vor ihrem Privatleben halt, im Juni wird sie heiraten: einen Schiedsrichter, den die 37-Jährige - wo auch sonst - beim Pfeifen kennengelernt hat.


















