Ortlechner: "Müssen eine Serie starten"
ÖFB-Teamspieler Manuel Ortlechner glaubt an den Meistertitel für seine "Veilchen" und sieht die schlechten Platzverhältnisse als Grund für die Bundesliga-Magerkost.

Foto © GEPAManuel Ortlechner im Zweikampf mit Wacker-Stürmer Julius Perstaller
Manuel Ortlechner führt die Wiener Austria als neuer Kapitän durchs Frühjahr der Fußball-Bundesliga. Das Ziel des 32-jährigen Oberösterreichers ist klar, Ortlechner will erstmals in seiner Profi-Karriere einen großen Titel gewinnen. Vor dem Heimmatch der 24. Runde am Sonntag (16.30 Uhr) gegen die Admira sprach der Nationalteam-Innenverteidiger mit der APA - Austria Presse Agentur u.a. über die Kritik an Austrias Spielweise, die Titelchancen und die Gründe für die Bundesliga-Magerkost.
APA: Austria-Trainer Ivica Vastic wird vielerorts für Eure Spielweise kritisiert, die Ergebnisse passen aber größtenteils. Wie beurteilen Sie den Start ins Frühjahr?
Ortlechner: Die Zahlen sprechen für uns. Dennoch haben wir in den letzten Wochen viel Kritik für unsere Spielweise einstecken müssen. Zu einem kleinen Teil ist das auch berechtigt. Wir wissen selbst, dass es besser sein könnte und Luft nach oben ist. Aber diese Diskussion betrifft ja die ganze Liga."
APA: Was sind die Gründe für die aktuelle Torarmut und Magerkost in der Bundesliga?
Ortlechner: "Man braucht sich nur die Plätze anschauen. Dann weiß jeder, dass es nicht einfach ist. Wenn ich den Fernseher aufdrehe, sehe ich Arsenal gegen Liverpool und die spielen auf einem Platz, der wie ein Golf-Green aussieht. Und dann komme ich auf den Tivoli und traue meinen Augen nicht. Das ist sicher nicht der einzige Grund, aber der Hauptgrund. Deshalb dominieren derzeit auch die Defensiv- über die Offensivreihen."
APA: Warum verliert die Austria immer wieder mit Patzern in den Heimspielen jene Punkte, die dann am Ende der Meisterschaft fehlen?
Ortlechner: "Wir müssen schauen, dass wir zu Hause wieder eine Macht werden. Warum wir zu Hause immer wieder patzen, darauf gibt es keine Pauschalantwort. Manchmal fangen wir uns gegen die meist defensiv eingestellten Gegner ein blödes Kontertor, dann schlägt die Stimmung um und wir kommen in einen Negativstrudel. An dem müssen wir arbeiten. Wir müssen noch mehr Fans ins Stadion holen, indem wir ihnen zeigen, dass sie etwas geboten bekommen. Mit den Erfolgen kommt dann auch die Ruhe."
APA: Wie weh haben Euch die Transfers von Zlatko Junuzovic und Nacer Barazite in der Winterpause getan?
Ortlechner: "Die Abgänge von Barazite und Junuzovic waren brutal, sie sind eigentlich nicht zu ersetzen. Sowohl sportlich, als auch menschlich. Aber für beide war die Austria ein Riesensprungbrett. Barazite hat es sich natürlich vor allem finanziell verbessert. Für Junuzovic ist Bremen der perfekte Einstieg in die deutsche Bundesliga, er passt perfekt zu diesem Klub."
APA: Ist die Qualität im Austria-Kader dadurch deutlich gesunken?
Ortlechner: "Wie haben noch immer Riesenqualität im Kader. Aber man muss geduldig sein mit den Neuen, auch wenn die Fans das nicht hören wollen. Die Qualität und die Breite im Kader können nicht so schlecht sein, schließlich wird jede Woche um die Plätze im Kader gerauft."
APA: Ist die Austria ein ernsthafter Titelkandidat?
Ortlechner: "Um ein ernsthafter Titelkandidat zu sein, braucht man eine Serie. Nur so kann man sich von der Konkurrenz absetzen. Ich glaube und hoffe, dass wir das Team sind, dem das gelingt. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um diese Serie zu starten. Ich war noch nie Meister, das nervt mich gewaltig."





















