Capello schmeißt hin - Redknapp in der "Pole"
Nur wenige Monate vor der EM in Polen und der Ukraine haben die "Three Lions" keinen Chefcoach mehr. Der Italiener Fabio Capello gab wegen Differenzen mit dem englischen Verband seinen Rücktritt bekannt. Als Nachfolger ist Harry Redknapp im Gespräch.

Foto © APAFabio Capello zog die Konseuquenzen
Knalleffekt auf der "Insel": Fabio Capello ist nur vier Monate vor der EM als Teamchef der englischen Fußball-Nationalmannschaft zurückgetreten. Das hat der englische Verband (FA) am Mittwochabend in einer Presseaussendung bekanntgegeben. Der Rückzug des Italieners erfolgte nach einem Meeting mit Verbands-Boss David Bernstein und Generalsekretär Alex Horne im Wembley-Stadion, bei dem es um die von der FA beschlossene Absetzung von John Terry als Kapitän ging.
Chelsea-Verteidiger Terry wurde die Kapitänsbinde entzogen, weil er im Oktober 2011 in einem Premier-League-Spiel den dunkelhäutigen Spieler Anton Ferdinand von den Queens Park Rangers rassistisch beleidigt haben soll. Terry muss sich wegen des Vorwurfs auch vor Gericht verantworten, das Hauptverfahren beginnt am 9. Juli. Terry beteuert seine Unschuld.
Öffentliche Kritik
Capello, Ex-Trainer bei Real Madrid und Juventus, hatte den Verbands-Beschluss am Sonntag in einem italienischen TV-Interview heftig kritisiert. "Ich bin mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Er kann nicht bestraft werden, solange er nicht gerichtlich verurteilt ist", hatte der englische Teamchef erklärt. Die FA dürfte die Entscheidung ohne Rücksprache mit Capello getroffen haben.
Der 65-jährige Capello hat die "Three Lions" seit 2007 betreut, zur WM 2010 geführt und auch die Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine geschafft. Sein Vertrag wäre nach Ende der EURO ausgelaufen.
"In einem mehr als einstündigen Meeting hat die FA den Rücktritt von Fabio akzeptiert, er wird den Posten des Teamchefs mit sofortiger Wirkung verlassen", verkündete die FA. "Fabio hat sich im heutigen Meeting und in seiner gesamten Zeit als Manager von England stets extrem professionell verhalten", hieß es seitens der FA weiter.
Harry Redknapp in der "Pole Position"
Der Verband ist nun gehörig unter Druck. Wer wird die "Three Lions" bei der EM im Juni betreuen? Britische Medien sowie einige Nationalteamspieler sind sich einig: Ein Engländer soll es werden. Alle Zeichen sprechen derzeit für Tottenham-Trainer Harry Redknapp, der erst kürzlich wegen angeblicher Steuerhinterziehung vor Gericht stand und sich outete, "wie ein Zweijähriger" zu schreiben.
"Für mich ist es Harry Redknapp", schrieb etwa ManUnited Stürmer Wayne Rooney auf "Twitter" und streute Capello Rosen: "Ein guter Kerl und ein Spitzentrainer." Harry Redknapp selbst hat in der Vergangenheit in Interviews nicht nur einmal betont: "Ich habe immer gesagt, dass es für jeden das Größte wäre, Trainer der Nationalmannschaft zu sein." Aktuell habe er sich mit dem möglichen Job aber noch nicht auseinandergesetzt: "Ich weiß nichts davon, ich habe noch nicht einmal daran gedacht", versicherte der 64-Jährige. "Mein ganz klarer Fokus liegt auf Tottenham." Mit den Spurs befindet sich der 64-Jährige derzeit auf Tabellenplatz drei. Selbst der erste Meistertitel seit 1961 scheint möglich.
Als Alternativen werden in England auch Roy Hodgson (West Bromwich Albion), Sam Allardyce (West Ham United) oder Jose Mourinho (Real Madrid) gehandelt.
















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