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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 um 20:07 UhrKommentare

Korruptionsalarm um Fußballverein

Fünf Millionen Euro sollte die Telekom an die Pleite gegangene Austria Kärnten bezahlen. Laut anonymer Anzeige war Sponsoring an Genehmigung für Gaskraftwerk in Klagenfurt gekoppelt. Attackierter Landesbeamter weist Vorwurf zurück.

Foto © APA

Die Korruptionsvorwürfe gegen die Telekom Austria haben nun auch Kärnten erreicht. Die Telekom sollte an den - mittlerweile Pleite gegangenen - Fußballverein SK Austria Kärnten deutlich mehr als die offiziellen 500.000 Euro bezahlen. In Summe fünf Millionen Euro, so steht es laut Tageszeitung "Standard" in einer anonymen Anzeige an die Korruptionsstaatsanwaltschaft. Das Sponsoring soll an die Genehmigung für das in Klagenfurt geplante Gasdampfkraftwerk (GDK) gekoppelt gewesen sein. Eine gemeinsame Tochterfirma von Stadtwerke Klagenfurt und Verbund-Konzern will das Kraftwerk errichten. Laut Anzeige gab es sogar einen detaillierten Plan, der den Ablauf dieses "Geschäftes" genau regeln sollte:

In der Woche zwischen 23. und 29. Juni 2008 sollten 500.000 Euro an den SK Austria fließen. Als offizielles Sponsoring.

Die erste Runde der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Kraftwerk sollte von 30. Juni bis 6. Juli durchgeführt werden.

Nach dem positiven GDK-Bescheid - er wurde für September 2009 erwartet - sollte die Austria zwei Millionen Euro erhalten. Die zuständige, erstinstanzliche Behörde ist das Land Kärnten.

Weitere 2,5 Millionen sollte der Verein im Jahr 2009 bekommen, vorausgesetzt der GDK-Bescheid ist in zweiter Instanz (Bundesumweltsenat) positiv.

Da die damals finanziell angeschlagenen Stadtwerke nur sehr schwer als Austria-Sponsor auftreten konnten, sollte die Telekom vorgeschoben werden. Die hätte dafür die Telekommunikationssparte der Stadtwerke günstig "bekommen" sollen. Dieser Teil des geplanten Geschäftes scheiterte am Veto der Stadtwerke-Vorstände. Der Unfalltod von Jörg Haider und der hartnäckige Widerstand von Anrainern gegen das Gaskraftwerk brachten den Plan endgültig durcheinander.

Albert Kreiner, der für das GDK-Verfahren zuständige Abteilungsleiter im Land und laut Anzeige einer der Hauptakteure, weist die Vorwürfe als "absurd und infam" zurück. "Das ist ein Angriff auf meine Integrität. Es gibt keinen solchen Plan. GDK und Austria hatten nicht das Geringste miteinander zu tun."

JOCHEN HABICH

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