Die FIFA gerät wieder in Erklärungsnot
Eine handschriftliche Notiz von FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke bringt den korruptionsgeschädigten Fußball-Weltverband (FIFA) und dessen Präsidenten Joseph Blatter erneut in Erklärungsnot.

Foto © APAFIFA-Präsident Joseph Blatter wieder einmal unter Beschuss
Die "Süddeutsche Zeitung" veröffentlichte am Donnerstag ein Dokument, das Valcke an den mittlerweile zurückgetretenen früheren FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner geschrieben haben soll. Der Inhalt könnte auf einen Insider-Deal zwischen Blatter und Warner bei der Vergabe der lukrativen Fernsehrechte für die Weltmeisterschaften 2010/2014 schließen lassen. "Jack, hier ist die Vereinbarung, unterschrieben vom P. Dieses Geschäft ist nicht durch alle üblichen Gremien und Kommissionen gegangen. Deshalb bitte ich, es vorläufig nicht öffentlich zu machen", heißt es in dem auf Englisch verfassten Schreiben. "P." ist die beim Weltverband übliche Abkürzung für Präsident.
Der Verband bestätigte am Donnerstag die Echtheit des Dokuments, die Interpretationen und Vorwürfe seien aber "aus der Luft gegriffen und haltlos". Gegen Warner war wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der FIFA-Präsidentschaftskandidatur von Mohammed Bin Hammam ermittelt worden. Der Funktionär aus Trinidad und Tobago trat deswegen zurück.
Shcarfe Kritik
Unabhängig vom nun aufgetauchten Schriftstück rechnet der Vorsitzende des neu gegründeten Governance-Komitees jedenfalls mit weiteren Enthüllungen. "Es würde mich erstaunen, wenn es ohne Skandal abliefe", sagte der Schweizer Strafrechtler Mark Pieth in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der renommierte Jurist kritisierte die handelnden Personen und Strukturen in der FIFA scharf.
"Ich würde nicht sagen, die FIFA sei korrupt. Aber es gibt zu viele korrupte Einzelpersonen in dieser Struktur", sagte Pieth der "FAZ" und betonte: "Mir ist schon bewusst, dass die angeschlagenen Leute im FIFA-Vorstand, die neben ihrer Funktion noch private Geschäfte gemacht haben, ein Riesenproblem sind." Blatter dagegen "ist uns eigentlich relativ gleichgültig. Er tritt bei unserer Arbeit nicht wirklich in Erscheinung", sagte Pieth.




















