Versöhnlicher Abschluss für Salzburg - Austria im Tief
Red Bull Salzburg hat im letzten Saisonspiel vor der Winterpause in der Fußball-Bundesliga endgültig den Anschluss an die Tabellenspitze gefunden.

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Die "Bullen" (30 Punkte) liegen nach dem klaren 3:0-Heimsieg gegen die zuletzt schwächelnde Wiener Austria (28) nur mehr zwei Punkte hinter Winterkönig Rapid und Ried (beide 32) zurück. "Das war ein würdiger Abschluss. Zum Schluss ist bei uns alles rund gelaufen", bilanzierte Salzburgs Sportdirektor Heinz Hochhauser nach zuletzt zehn geholten Punkten aus vier Spielen zufrieden. Nach 19 Runden kündigt sich ein noch spannenderer Kampf um den Meistertitel sowie die Europacup-Plätze wie in der vergangenen Saison an. Damals waren in der Winterpause die ersten fünf Teams innerhalb von sieben Punkten gelegen, dieses Mal trennen die ersten sechs Mannschaften gar nur fünf Zähler. Aufsteiger Admira (28) liegt vor Titelverteidiger Sturm Graz (27) auf Rang fünf. "In der Meisterschaft ist jetzt alles offen, es wird ein unglaublich spannendes Frühjahr werden", vermutete Salzburg-Goalie Alexander Walke.
Die Salzburger sind erst in den letzten vier Runden in Fahrt gekommen, nachdem sie zuvor sieben Ligaspiele ohne Sieg geblieben waren. "Wir hatten ein Tief, das etwas zu lange gedauert hat. Die letzten Spiele haben aber gezeigt, dass wir die beste Mannschaft in Österreich sind. Mit einer guten Vorbereitung werden wir die Meisterschaft nach Salzburg holen", blickte Hochhauser optimistisch in die Zukunft. "Wir wollen im Frühjahr physisch einen weiteren Schritt machen", gab Coach Ricardo Moniz seine Zielsetzung preis. Beim 3:0 gegen die Austria war der Niederländer vor allem von den Torschützen positiv angetan. "Stefan Maierhofer ist mit seiner Physis und Präsenz wichtig, Leonardo mit seiner Beweglichkeit", lobte Moniz seine treffsicheren Offensivkräfte. In der Defensive sorgte Douglas für die nötige Stabilität. "Er ist sehr wichtig für unsere Defensive, schließt immer das Loch", sagte der Salzburg-Trainer über den lange Zeit verletzt gewesenen Innenverteidiger.
"Das Wichtigste ist am Ende der Saison den Teller hochzuhalten"
Maierhofer zog mit seinem Doppelpack jeweils nach Flanke von Gonzalo Zarate per Kopf jedenfalls in der Torschützenliste mit Sturms Darko Bodul gleich. Das Duo hält bei neun Saisontoren. Der Torschützenkönig-Titel hätte für den 2,02 Meter großen Stürmer, der nun bei 40 Bundesligatreffern hält, aber keine Priorität. "Das Wichtigste ist am Ende der Saison den Teller hochzuhalten", betonte der Ex-Rapidler. Bei den "Bullen" haben auch längst die Personalplanungen fürs Frühjahr begonnen. Der Brasilianer Alex geht zurück nach Brasilien, zudem hat man sich mit dem erst Mitte Oktober verpflichteten niederländischen Mittelfeldspieler Luigi Bruins, der es nur auf drei Meisterschaftseinsätze gebracht hat, auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung geeinigt. Der Verbleib von Außenverteidiger Jefferson und Innenverteidiger Chema Anton ist noch ungewiss. Auf der anderen Seite ist die Verpflichtung von Cristiano laut Hochhauser so gut wie fix. Der 24-jährige brasilianische Mittelfeldspieler steht bis Jahresende noch in seiner Heimat bei Juventude unter Vertrag.
Bei der Austria steht am Dienstag eine Aufsichtsratssitzung an, bei der es viel zu diskutieren gibt. Die Wiener sind in der Europa League ausgeschieden und haben in der Meisterschaft zuletzt viermal nicht gewonnen und aus den jüngsten neun Partien nur einen Sieg geholt. "Mit 28 Punkten können wir nicht zufrieden sein", sagte Sport-Vorstand Thomas Parits. "Wir sind nicht konstant genug und machen zu viele individuelle Fehler." Der 65-Jährige war sich aber auch der Verletzungsproblematik und den Folgen von 34 Pflichtspielen bewusst. "Leider ist es so, dass wir im Moment große Probleme in der Defensive haben, auch da wir sehr viele verletzte Spieler haben. Und die Frische ist nicht mehr da. Einige Spieler, die unsere Offensive bestimmen, zeigen sich müde", fasste Parits zusammen.
Schwache Herbstbilanz
Der in die Kritik geratende Karl Daxbacher hofft auf eine Aufholjagd im Frühjahr. "Ich bin enttäuscht über das Resultat, wir müssen uns jetzt auf das Frühjahr konzentrieren", sagte der Austria-Trainer. Die Gründe für die schwache Herbstbilanz waren schnell gefunden. "Unser Problem war, dass wir die Heimspiele, die wir gewinnen hätten müssen, nur Unentschieden gespielt haben", erinnerte Daxbacher an die jüngsten Heimremis gegen Mattersburg (0:0), Wiener Neustadt und Wacker Innsbruck (jeweils 2:2). Trotzdem sei im Titelrennen noch nichts entschieden. "Voriges Jahr waren wir bereits fünf Punkte zurück und haben auch noch den Anschluss gefunden", sagte der Austria-Coach. "Wenn uns Salzburg die Gelegenheit gibt und ähnlich schwächelt wie im Herbst dann ist noch alles möglich."
Personell wird es bei den Favoritnern in der Winterübertrittszeit keine großen Sprünge geben. Laut Parits sei es aber immerhin möglich, dass ein, zwei Spieler verpflichtet werden bzw. den Club verlassen. Deshalb gilt es weiterhin vor allem auch auf die eigene Jugend zu setzen, wie etwa das Innenverteidiger-Duo Wallner/Mally, das in den jüngsten beiden Partien keine schlechte Figur machte. "Der Auftrag nach der Ära Frank Stronach war junge Spieler an die Mannschaft heranzuführen, deshalb muss man auch Abstriche machen und gewisse Rückschläge hinnehmen, wenn Leistungsträger ausfallen", meinte Daxbacher.















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