Zur Lage der Liga
Bundesliga-Rekordspieler Heribert Weber analysiert für die Kleine Zeitung die Entwicklungen in der Österreichischen Bundesliga.

Foto © GEPAHeribert Weber
Irgendwie passt das nicht zusammen - Trainer Franco Foda denkt laut über seinen Abschied nach und sein Team antwortet mit der besten Saisonleistung. Großartiger Kombinationsfußball. Konterspiel in Vollendung. Die zweite Hälfte war in puncto Attraktivität nicht zu überbieten. Kienast gelang nicht nur sein erster lupenreiner Hattrick, er zeigte vor allem, wie wertvoll er für seine Mannschaft ist.
Kainz und Koch nützten offene Räume in der Offensive optimal aus, überraschten durch gekonnte Dribblings und Standfest lief die Linie rauf und runter wie in seinen besten Tagen. Spielfreude war zu spüren bei den Grazern, die den Wienern immer mehr verging, je länger das Spiel dauerte. Die Austria präsentierte sich wie eine Wirtshaustruppe. Unorganisiert, verantwortungslos, liefen sie planlos ins Verderben.
Mitleid wäre bei Kapfenberg fehl am Platz, trotzdem spüre ich Wehmut in mir aufsteigen, wenn ich sehe, wie sich die Burschen bemühen, bereit sind, alles zu geben und immer wieder durch Unzulänglichkeiten und unerzwungene Fehler zurückgeworfen werden. Individuelle Tiefschläge ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison. In einer Regelmäßigkeit, die dem Trainer keine Chance gibt, zu reagieren. Würde er nach diversen Aussetzern ständig die Spieler tauschen, hätte er bald keine Mannschaft mehr.
Abstiegskampf pur! Schwer zu gewinnen für Kapfenberg! Aber aufgeben wäre fatal und ist auch nicht der Charakter dieser Mannschaft. Konzentriert weiterarbeiten - vielleicht läuft die zweite Hälfte der Saison besser.
Wären in Hütteldorf die Tore weggeräumt worden, kein Spieler hätte es gemerkt. Die Rapidler enttäuschten auf allen Ebenen. Die Tiroler zeigten sich hingegen von ihrer besten Seite. Taktisch klug eingestellt lieferten sie Rapid harte Duelle Mann gegen Mann, die sie meistens gewannen. Und was der bestens funktionierende Abwehrverband nicht verhindern konnte, vernichtete Safar im Tor der Innsbrucker in souveräner Manier.
Herbstmeister, wie im Vorjahr! Scheinbar wollte es keiner werden, da griffen die Rieder einfach zu. Den Innviertlern ist es gelungen, schnell wieder Strukturen zu schaffen, in einer völlig neu formierten Mannschaft. Es ist faszinierend, wie cool und clever diese junge Truppe auftritt. Die rasante Entwicklung des Teams von Trainer Paul Gludovatz gleicht einem Wunder.
Salzburg-Trainer Ricardo Moniz will seine Spieler immer auf Hochtouren laufen sehen. Dabei hätte er mit der Vorstellung seines Teams durchaus zufrieden sein können, ständig in Vorwärtsbewegung kreierten die Salzburger eine Vielzahl an hochkarätigen Torchancen. Sie vergaben fast alle, zittern war angesagt bis zur letzten Sekunde.


















