Kein Sieger im Borussen-Duell - Bayern wieder an Spitze
"Robbery" in München gefeiert.

Foto © ReutersArjen Robben
Wenn zwei Borussen sich streiten, freut sich der FC Bayern. "Jetzt ist es wieder so, wie es sein soll. Bayern ist vorne, und wir sind auch vorne dabei. Wir haben uns nie im Zweikampf mit Bayern München gesehen", flachste Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem 1:1 im Spitzenspiel in Mönchengladbach. Die Tabellenführung in der deutschen Fußball-Bundesliga holten die Münchner mit einem Kantersieg: Mit David Alaba gewannen die Bayern gegen Werder Bremen 4:1. Zweimal Franck Ribery (22., 77.), zweimal Arjen Robben (69., 83.) mit Foulelfmetern - und die Bayern-Welt war wieder in Ordnung. Nur eine Minute nach dem Schlusspfiff schallte die Kunde vom Dortmunder 1:1 durch die Arena und ließ die Anhänger gleich noch einmal lautstark jubeln. Im Mittelpunkt in Münchens Allianz Arena standen zuvor vor allem die Torschützen. Nachdem "Robbery" die Bayern zurück an die Spitze geschossen hatte, kämpfte der lange verletzte Niederländer mit den Tränen.
"Das ist eine schwere Zeit, das darf man nicht unterschätzen", sagte Robben ergriffen. Nach dem richtungsweisenden 2:1 gegen Werder Bremen küsste das nach 60 Minuten für Alaba eingewechselte Sorgenkind erst den abgetapten Ringfinger. Dann entlud sich der Frust vieler Wochen in einem lauten Jubelschrei Richtung Tribüne. Auch für die Bayern war es nach zwei Niederlagen eine Befreiung. Ob der Erfolg gegen die Bremer tatsächlich schon das Ende des Zwischentiefs bedeutete, wollte Kapitän Philipp Lahm noch abwarten. "Das wird man erst in der Winterpause beantworten können." Die Bayern wollen nun jedenfalls auch die Herbstkrone. "Es ist immer schön, wenn man über Winter auf Platz eins ist. Da gehört Bayern hin", meinte Toni Kroos. Davor wartet am Mittwoch noch die Champions League bei Manchester City - da soll Robben wieder in der Startformation aufscheinen.
"Ich hoffe für Arjen, dass jetzt sein Martyrium zu Ende ist und er schwungvoll von Anfang an für uns spielen kann", meinte Trainer Jupp Heynckes. Für Alaba wäre damit aller Voraussicht nach wieder der Platz auf der Bank reserviert. Als Aufbaugegner kamen den Bayern die harmlosen Bremer, bei denen Marko Arnautovic zur Pause vom Feld musste, jedenfalls gerade recht. "Wir waren überhaupt nicht im Spiel, wir waren ein dankbarer Gegner", befand Werder-Trainer Thomas Schaaf, "wir haben Bayern nie gefordert, nie in Not gebracht." Die Werder-Verantwortlichen hätten sich gewünscht, dass sich das körperliche Engagement statt in einem nicht bestraften Ellbogencheck von Claudio Pizarro gegen Holger Badstuber oder in dem mit Rot belegten Brutalo-Foul von Aaron Hunt gegen Kroos mehr in sportlicher Leistung gezeigt hätte.
In Mönchengladbach sahen 54.000 Zuschauer ein rassiges Duell der beiden Borussen. Dabei schafften die ohne ihre besten Torjäger Marco Reus und Igor de Camargo angetretenen Gastgeber nach 0:1-Rückstand durch Robert Lewandowski noch den Ausgleich durch Mike Hanke. Hinterher adelte sogar Bundestrainer Joachim Löw die mit Abwehrchef Martin Stranzl agierende Überraschungsmannschaft aus Mönchengladbach, die seit elf Heimspielen unbesiegt ist. "Ich traue der Mannschaft zu, dass sie sich unter die ersten Fünf festsetzt." Dortmund brachte sich am Ende ein wenig selbst um den dritten wichtigen Erfolg nach den guten Leistungen gegen die Bayern (1:0) und Schalke (2:0). "Klar, wir wären gerne Erster geblieben, aber jetzt wollen wir auch die nächsten Spiele gewinnen und dann werden wir sehen", sagte Nationalspieler Mats Hummels.















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