Austria erwischte perfekte Woche - Salzburg "sehr instabil"
Die Austria hat eine richtungsweisende Woche in perfekter Manier absolviert.

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Nach Siegen gegen Meister Sturm Graz (2:1) und in der Europa League in Malmö (2:1) wiesen die Violetten auch Vizemeister Salzburg dank eines Last-Minute-Tores mit 3:2 (2:1) in die Schranken. Während die Austria dank sechs Zählern gegen unmittelbare Titelkonkurrenten erster Verfolger von Sensations-Aufsteiger Admira ist, erlebten die Salzburger das ungewohnte Gefühl einer Niederlage in der Bundesliga in kürzester Zeit gleich zweifach. 14 Runden waren die Mozartstädter bis vor den Partien bei der Admira und der Austria ungeschlagen gewesen. Binnen acht Tagen erwischte es den Titelfavoriten Nummer eins nun doppelt. "Das war nicht unser bestes Spiel", stellte Trainer Ricardo Moniz nach der Pleite in Wien-Favoriten trocken fest. Der zuletzt mit dem Hamburger SV in Verbindung gebrachte Niederländer ("Es gibt keine Verhandlungen") führte die lange Verletztenliste seiner Elf als Grund für die spielerisch klare Überlegenheit der Austria an.
Jedoch fand Moniz, dem in der Generali Arena auch Leonardo ausgefallen war, auch kritische Worte für sein Team: "Es ist nichts Neues, wenn ich sage, dass wir sehr instabil sind. Es geht nicht, dass man gegen den slowakischen Meister (Slovan Bratislava, Anm.) gewinnt, aber national zwei Schlüsselspiele verliert." Gegen die Austria schafften die "Bullen" durch den aufgrund einer Augenverletzung zur Pause ausgewechselten Jakob Jantscher sowie Georg Teigl zweimal den Ausgleich, Alexander Grünwald fixierte in der 92. Minute aber den Sieg der Hausherren. Bei Salzburg herrscht deshalb Handlungsbedarf. Schon in der Länderspielpause will sich der Meister von 2010 erneut verstärken. Mit dem Spanier Jorge Larena (30 Jahre/zuletzt Las Palmas) und dem Niederländer Luigi Bruins (24/Feyenoord) stehen zwei offensive Mittelfeldspieler auf dem Prüfstand. Laut Moniz wird nach einer kurzfristigen Kaderergänzung gesucht. Sollte ein neuer Profi kommen, dann nur bis zur Winterpause. Dann sollen Verletzte wie Christoph Leitgeb oder Angeschlagene wie der mit Schmerzmitteln spielende Simon Cziommer wieder voll fit sind.
Ein ganz anderes "Problem" hat indes die Austria. Aktuell kann Trainer Karl Daxbacher bei den Wienern aus dem Vollen schöpfen. Dem violetten Konkurrenzkampf zum Opfer fiel gegen Salzburg sogar Kapitän Roland Linz, der Torschützenkönig der letzten Saison musste sich bis zur 65. Minute mit der Bank zufriedengeben. Linz übte sich nach der Partie im Understatement. Er werde auch als Joker versuchen, Leistung zu bringen, meinte der ÖFB-Internationale, der aber auch zugab: "Natürlich spiele ich lieber von Anfang an." Daxbacher begründete seine Personalentscheidung mit taktischen Überlegungen. "Sicher ist bei ihm Enttäuschung da, wenn er nicht nominiert wird. Aber das hat nichts mit seinem Einsatz zu tun, der war immer in Ordnung", erklärte der Austria-Coach, der auf Nacer Barazite an vorderster Front vertraute. Ein Schachzug, der Daxbacher recht geben sollte. Der 21-Jährige, der in der kommenden Woche in die niederländische U21-Nationalmannschaft einrückt, war im Offensivspiel der Austria das Um und Auf.
Barazite bereitete das 1:0 durch Zlatko Junuzovic vor, erzielte das 2:1 selbst und stellte Salzburgs Defensive mit seinem technischen Können insgesamt vor große Probleme. Der englische Premier-League-Aufsteiger Swansea City soll deshalb bereits ein Auge auf den Stürmer geworfen haben. Barazite selbst wiegelte ab und verwies dies unter die Rubrik Gerüchte. Daxbacher war sich des Potentials seines Schützlings bewusst: "Wenn er sich so weiterentwickelt, dann werden sicher Interessenten vorhanden sein." Augenfällig war auch, dass sich neben Spielern wie Barazite und Zlatko Junuzovic auch der im Sommer gekommene Alexander Grünwald sowie der von den Amateuren hochgeholte Alexander Gorgon gegen Salzburg bestens präsentierten. So saß nicht nur Linz auf der Bank, Marko Stankovic und Peter Hlinka mussten auf der Tribüne Platz nehmen. "Die Jungen entwickeln sich gut, daher sind ein paar vermeintlich Arrivierte unter Druck", meinte Daxbacher, der ob des violetten Konkurrenzkampfes um das Leibchen in der Start-Elf nicht unzufrieden sein dürfte.
Klare Worte dürfte der Niederösterreicher auch nach dem Remis in Wiener Neustadt gefunden haben. Seit dem mageren 1:1 in Niederösterreich läuft es bei den Favoritnern. "Trainer hat angesprochen, dass wir nur gefällig spielen, aber nicht auf den Endzweck aus. An dem haben wir gearbeitet, wir sind jetzt um einiges kaltschnäutziger", erklärte Verteidiger Manuel Ortlechner. Unter Beweis stellen muss die Austria diese erneut nach der Länderspielpause, wenn es am 15. Oktober nach Ried geht. Salzburg empfängt dann im West-Derby Wacker Innsbruck.




















