Prohaska zu Lizenzen: "Schwierig, wenn man nicht ehrlich ist"
Herbert Prohaska sieht die "Heute für Morgen"-Erste Liga als Plattform für Arbeitsplätze junger Spieler, die aus den Akademien kommen.

Foto © GEPAHerbert Prohaska
In die Diskussion um das Lizenzierungsverfahren der Bundesliga, die nach dem Urteil gegen FC Admira wegen angeblicher Doppelverträge mit Spielern aufgekommen ist, hat sich nach der Spielergewerkschaft (VdF) und dem Grazer Sportanwalt Christian Flick nun auch Österreichs Jahrhundert-Fußballer zu Wort gemeldet. "Man sollte die Lizenzierung nicht kritisieren. Wenn jemand nicht ehrlich ist und die Wahrheit sagt, ist es schwer, etwas auszuschließen", sagte Herbert Prohaska. Er könne den "Fall Admira", in dem der Senat 5 einen Tatbestand festgestellt haben muss, sonst hätte er keine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe ausgesprochen, nicht beurteilen. "Ich bin nur über die Zeitung informiert, aber es ist schwierig, wenn einer schummelt", meinte der Wiener und ist sich der Schwierigkeit dieser Materie durchaus bewusst. "Es wird immer Probleme geben, denn es gibt kein Lizenzierungsverfahren, in dem alles hundertprozentig stimmt", glaubt der 55-Jährige.
Prohaska sieht die "Heute für Morgen"-Erste Liga als Plattform für Arbeitsplätze junger Spieler, die aus den Akademien kommen. "Sie ist wichtig für die weitere Entwicklung eines Spielers, sie dient als Sprungbrett in die Bundesliga, ins Nationalteam oder ins Ausland. Daher muss es das Ziel sein, dass die Jungen dort weiter gefördert werden. Das muss man ausbauen", erklärte der frühere "Schneckerl". Auf die Frage, ob sich Österreich als kleines Land überhaupt zwei Profi-Ligen leisten könne, antwortete der einstige geniale Mittelfeldspieler mit einem eingeschränkten Ja. Für ihn haben es Traditionsclubs und Vereine in großen Städten leichter mit Sponsoren. Wenn es aber am wirtschaftlichen Hintergrund fehle und ein Regionalligist trotzdem das Ziel des Aufstiegs hat, dann sei er später völlig überfordert. "Diese Vereine sollten ehrlich zu sich sein und mit Nachwuchsspielern ihr Budget finanzieren", riet Prohaska.
Wie im Oberhaus so braucht auch die Erste Liga, speziell was die Gebarung betrifft, mehr Transparenz. "Wir haben in der Club-Konferenz schon darauf gedrängt, dass wir professioneller werden und die Standards der tipp3-Bundesliga erreichen müssen. Wir werden nicht müde, das immer wieder zu predigen", sagte Gottfried Tröstl, der Obmann des SNK St. Pölten. Vienna-Manager Lorenz Kirchschlager gab ihm recht: "St. Pölten, Altach und wir sind die einzigen, die diesbezüglich den Mund aufmachen."




















