Korruption lässt Blatter völlig kalt
Kabarettveranstaltung statt FIFA-Kongress? Immer neue, immer dubiösere Details kommen ans Licht. Blatter will die Wahl unbedingt, trotz der Proteste verschiedener Landesverbände und Sponsoren.

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Am Mittwoch steht in Zürich die Wahl des FIFA-Präsidenten auf dem Programm. Gleichzeitig droht der Weltfußballverband im Korruptionssumpf zu versinken. Die Präsidentenwahl verkommt da zur Farce. Der einzige Kandidat ist wieder einmal Joseph Blatter, da sein Kontrahent Mohamed bin Hammam seine Kandidatur zurückzog und zeitgleich wegen Korruptionsverdacht suspendiert wurde.
Mit Jack Warner wurde auch einer der Vizepräsidenten suspendiert. Dazu tauchen immer neue, immer dubiösere Anschuldigungen und Gerüchte auf. Ein Schmankerl betrifft Spitzenfunktionär Nicolas Leoz aus Paraguay. Der soll im Zuge der Vergabe der WM 2018 seine Stimme England angeboten und eine kuriose Gegenleistung verlangt haben. Für sein "Yes" wollte er angeblich, dass der englische Fußball-Cup nach ihm benannt wird.
Dazu gibt es Meldungen, dass neun oder zehn asiatische Delegierte aus Protest gegen die Suspendierung des Katarers Bin Hammam überhaupt schon abgereist sind. Und dann ist da noch der suspendierte Jack Warner, der einen "Fußball-Tsunami" an Enthüllungen angekündigt hat. Als Erstes veröffentlichte er ein E-Mail von FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke, in dem der Franzose andeutete, dass die Vergabe der WM 2022 an Katar gekauft gewesen sein könnte.
Enthüllung - ja oder nein?
Am Dienstag wollte Warner eine weitere Bombe platzen lassen. Er hatte angekündigt, der Öffentlichkeit Beweise zu präsentieren, dass die Exekutivkomitee-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Nicolas Leoz (Paraguay), Julio Grondona (Argentinien) und Rafael Salguero (Guatemala) Bestechungsgelder angenommen hätten, um Katar zur WM 2022 zu verhelfen. Medien wurden ins "Grand Hotel Dolder" in Zürich geladen, doch dort wusste man nichts von einer Pressekonferenz. Ob Warner doch noch Beweise vorlegen wird, ist offen. Es ist fast wie im Kabarett.
Joseph Blatter, der intern (wieder einmal) von jeglichem Verdacht, in Korruptionsaffären verwickelt zu sein, freigesprochen wurde, war bis zum Schluss als Wahlkämpfer aktiv. Obwohl er der einzige Kandidat ist. Eine Pressekonferenz endete fast mit Tumulten, da die brennendsten Fragen unbeantwortet blieben. Die Verbände Englands und Schottlands fordern, die Präsidentenwahl zu verschieben. Der Druck wächst, doch Blatter lässt das kalt, er will die Wahl unbedingt. Einer Verschiebung müssten drei Viertel der Delegierten zustimmen. Davon ist eher nicht auszugehen, also wird Blatter wohl trotz allem wiedergewählt.





















