Brisanter FIFA-Kongress gestartet

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FIFA-Präsident Blatter ist mit verhaltenem Applaus der 208 Delegierten beim am Dienstag gestarteten Kongress des internationalen Fußballverbandes in Zürich begrüßt worden. Der 75-jährige Schweizer will sich am Mittwoch zum vierten Mal zum FIFA-Präsidenten wählen lassen. Auf die schwerste Krise in der 107-jährigen Geschichte des Verbandes ging Blatter nur am Rande ein.
"Ich dachte, dass wir in einer Welt des Fairplays, des Respekts und der Disziplin leben. Aber ich muss unglücklicherweise sagen, dass das nicht länger der Fall ist. Die berühmte FIFA-Pyramide schwankt in der Basis, es ist Gefahr im Verzug", betonte der Schweizer. "Morgen, meine Freunde, werde ich über die lauernden Gefahren sprechen und darüber, wie wir sie bekämpfen können. Heute wollen wir eine festliche Atmosphäre haben", sagte der Amtsinhaber weiter.
Im aktuellen FIFA-Bestechungsskandal werden immer absurdere Forderungen von Spitzenfunktionären des Fußball-Weltverbandes (FIFA) bekannt. So soll Nicolas Leoz aus Paraguay als Gegenleistung für seine Unterstützung der WM-Bewerbung Englands gefordert haben, dass der traditionsreiche englische Cup-Bewerb nach ihm benannt wird. Dies hat der Anwalt James Dingemans, der nach den englischen Bestechungsvorwürfen gegen vier FIFA-Spitzenfunktionäre einen knapp 200-seitigen Untersuchungsbericht für Englands Fußball-Verband (FA) angefertigt hatte, offenbart.
Leoz, seit 1986 Präsident des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL, bestreitet alle Vorwürfe. Ex-FA-Chef David Triesman hatte vor drei Wochen sogar behauptet, der 82-Jährige habe einen Ehrenrittertitel für seine Stimme gefordert.
Es seien keine Beweise gefunden worden, erklärte hingegen FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke am Sonntag. Auch Blatter schloss weitere Ermittlungen vorerst aus. "Es sind keine weiteren Schritte nötig", sagte der Schweizer.
Blatter tritt nach dem Rückzug des unter Korruptionsverdacht geratenen Katarers Mohamed bin Hammam als einziger Kandidat an. Nach bisher unbestätigten Angaben sollen neun oder zehn Delegierte der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) bereits aus Zürich abgereist sein. Sie sollen damit gegen die Suspendierung Bin Hammams protestieren.




















