Gute Laune als Medizin
Vier Tage nach seiner Operation konnte Werder-Legionär Sebastian Prödl die Privatklinik Graz-Ragnitz verlassen - auf Krücken, aber gut gelaunt. Er arbeitet bereits wieder an seinem Comeback.

Foto © GEPASebastian Prödl ist optimistisch
"Schlechte Gedanken verzögern nur den Weg zurück", stellt der 23-Jährige klar und in seiner Stimme liegt viel Optimismus.
Den wird er auch brauchen, denn der Weg wird lang. "Seriöse Prognosen über die Dauer der Pause wird man frühestens in acht Wochen stellen können. Die Verletzung (die Muskelhülle des Gesäßmuskels war aufgerissen, Anm.) ist bislang einzigartig", verrät Martin Leonhard, der Arzt, der den Innenverteidiger nach seinem Sturz während einer Rugby-Einheit im Bremen-Training operiert hat. "Ich werde viel Geduld haben müssen, vor allem jetzt in den ersten Tagen, bis die Operationsnarbe verheilt ist", weiß auch Prödl und fügt hinzu: "Das wird schwer. Ich glaube, meine Familie und meine Freundin Nina werden mich sicher gelegentlich bremsen müssen."
Die nächsten Tage wird er in Graz bleiben. Zwei Mal am Tag steht bereits leichte Therapie am Programm, dann geht es zurück nach Bremen. Wann er wieder auf dem Platz stehen wird, weiß der Teamspieler noch nicht, eines weiß er aber: "Ich komme zurück, auch ins Team." Am Dienstag hat er sich das EM-Qualifikations-Duell mit der Türkei im TV angesehen - bei vollem Bewusstsein. Das blamable 0:2 gegen Belgien hat er nach der Operation noch im Aufwachraum der Klinik via TV mitverfolgt. "Ich habe aber schon oft gehört, dass es gut war, dass ich dieses Spiel noch unter Einfluss der Narkose gesehen habe", lacht Prödl.
44 Spiele hat er in dieser Saison für Werder und das Nationalteam absolviert, alle über die volle Distanz. Zu viele? "Glaube ich nicht. Es macht auch keinen Sinn mehr, darüber nachzudenken, wie es passiert ist. Ich denke schon an die Zukunft."
Und seine Mannschaftskollegen denken an ihn. "Die Verletzung von Sebastian trifft uns sehr. Er ist so wichtig für uns", meinte etwa Marko Marin. Ein Kompliment, das zeigt, welches Standing der Kirchberger mittlerweile bei Werder hat.















-Anzeigen






