Messi - 169 Zentimeter Genialität
Sein Spitzname ist "La Pulga", der Floh. Er misst 1,69 Meter und wirkt neben einem Modellathleten wie C. Ronaldo wie ein Schülerliga-Kicker. Ein Porträt des Ausnahmekönners.

Foto © APALa Pulga
Lionel Messi ist nach seiner neuerlichen Kür zum Weltfußballer des Jahres ein Großer unter den Fußball-Stars, und das trotz seiner erst 23 Jahre. Dass sich der stets zurückhaltende Edeltechniker aus Rosario seit Montag zum zweiten Mal mit dieser Auszeichnung schmücken kann, hat er in erster Linie seinen Verdiensten für den FC Barcelona zu verdanken.
Lionel Messi verkörpert das Spiel des überragenden spanischen Meisters wie kein Zweiter - schnell, unberechenbar, spektakulär und voller Torgefahr. Messi ist Argentinier, fußballerisch jedoch ein Kind der "Blaugrana". Dass sich die Zaubermaus ausgerechnet im rot-blauen Trikot zu einem der besten Kicker der Welt entwickelt hat, darf sich in erster Linie ein Mann namens Carles Rexach auf seine Fahnen heften.
Rexach war jener Barca-Nachwuchstrainer, der den kleinwüchsigen, 13-jährigen Knirps vor neun Jahren nach einem Probetraining vom Fleck weg einen "Vertrag" unterschreiben ließ - symbolisch auf der Rückseite einer Serviette. Seit diesem Tag ist Messi im Camp Nou zu Hause, sein aktueller Vertrag läuft bis 2016, zu haben wäre er nur für eine Ablösesumme von 250 Mio. Euro. In den Allerwertesten beißen muss sich hingegen Messis Ex-Club Newell's Old Boys.
"Asyl" in Europa
900 Dollar pro Monat haben den Ausschlag über Messis Zukunft gegeben. Vater Jorge konnte sich in Zeiten einer großen Wirtschaftskrise in Argentinien die medizinischen Behandlungen für die hormonell bedingten Wachstumsstörungen seines Sohnes nicht leisten und suchte einen Verein, der Lionel aufnehmen und dafür gleichzeitig die notwendigen Zahlungen übernehmen wollte. Den Old Boys aus Messis Heimatstadt Rosario war dies jedoch zu viel, dem Traditionsclub River Plate aus Buenos Aires ebenfalls.
Deshalb suchte die sechsköpfige Familie ihr Glück auf der anderen Seite des Atlantik. Barcelona schlug sofort zu und nahm den nur 1,40 Meter großen "Gaucho" auf der Stelle unter Vertrag. Die Arztkosten für den jungen Messi haben die Katalanen mittlerweile wieder vielfach hereingespielt. In Barcelonas Nachwuchsschmiede "La Masia" machte er sich trotz schmächtiger Statur schnell einen Namen. "Er war ein stiller Anführer, der niemals die Stimme erhob", sagte sein ehemaliger Jugendtrainer.
Aufgehender Stern
Bei Barca debütierte Messi am 16. Oktober 2004 im Derby gegen Espanyol, am 1. Mai 2005 avancierte er mit einem Treffer gegen Albacete mit damals 17 Jahren, 10 Monaten und 7 Tagen zum jüngsten Liga-Torschützen der Club-Geschichte. Diesen Rekord hat ihm sein Teamkollege Bojan Krkic inzwischen abgejagt. Seine ersten großen Auftritte auf der internationalen Bühne hatte der Dribblanski mit Zug zum Tor 2005 bei der U20-WM in den Niederlanden, bei der er Argentinien als bester Spieler und Torschützenkönig zum Titel führte.
Den absoluten Durchbruch schaffte der von seinen Mitspielern "Leo" gerufene Messi in der Saison 2005/06, in der Barcelona auch die Champions League gewann. Im damaligen Finale gegen Arsenal hatte Messi jedoch verletzungsbedingt zuschauen müssen. In den Jahren 2007 und 2008 belegte er dann bei der Wahl zum FIFA-Fußballer des Jahres jeweils Rang zwei.
Messi, der von Diego Maradona trotz fehlender charakterlicher Parallelen als legitimer Nachfolger gesehen wird, gilt als pflegeleichter Spieler. Er stellt den Erfolg der Mannschaft stets über den eigenen. "Ich bin dieselbe Person, die ich immer war. Ich habe nur Glück, in einem großartigen Team zu spielen", wurde der 23-Jährige, der in Interviews stets mit leiser, ruhiger Stimme spricht, auch dieser Tage nicht müde zu betonen. "Ich fühle mich nicht wie der Beste, der Beste ist Barca."
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Fakten zur Person
Lionel Messi wurde am 24. Juni 1987 im argentinischen Rosario geboren.
Der 1,69 m kleine Stürmer spielt seit dem Jahr 2000 für den FC Barcelona.
Für Argentinien gab er am 17. August 2005 gegen Ungarn sein Debüt im Nationalteam und erzielte in seinen bisherigen 53 Länderspielen 15 Tore.
Zu seinen größten Erfolgen zählen zwei Champions-League- und vier spanische Meister-Titel.



















