Höhenflug ohne Hose
Montenegro ist die große Überraschung der EM-Quali: Vucinic schoss den jungen Staat zum dritten Sieg in Serie. Die unterlegene Schweiz hingegen hat nichts zu feiern. Freude gab es auch in Portugal.

Foto © Reuters. . .Montenegros Goldtorschützen Marko Vucinic gleich die Hose
Die Gelbe Karte nahm er mit Handkuss - und die Hose, die sich Montenegros Alleinunterhalter im Angriff, Marko Vucinic, gerade ausgezogen und auf den Kopf gestülpt hatte, zog er sich auch wieder an. Als die Freude über seinen Treffer zum 1:0 über die Schweiz, letztlich das Siegestor, ein wenig abgeklungen war. So oder so: Montenegro bleibt die Sensation der angelaufenen EM-Qualifikation.
Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte, kein Gegentor. Jetzt wartet auf die von Rapid-Legende Zlatko Kranjcar trainierte Nationalelf, die heuer schon von Platz 63 auf Platz 40 der Weltrangliste kletterte und weiter im Höhenflug ansetzt, die Reifeprüfung: Im Wembley-Stadion geht es gegen England.
Keine Rechnung
Dort wollen die "Falken", wie die Montenegriner genannt werden, abermals für eine Sensation sorgen - und wieder zählen sie auf AS-Roma-Star Vucinic, der nach dem Goldtor gegen Bulgarien auch die Schweiz k. o. schoss. "An einem guten Tag kann er nicht nur gegen die Schweiz, sondern gegen jede Mannschaft der Welt den Unterschied ausmachen", sagte Kranjcar, der stolz und voller Freude auch in England hohe Ziele hat: "Dort wollen wir beweisen, dass diese drei Siege kein Zufall waren. Und dass wir nicht nur zum Shoppen nach London gekommen sind", sagte er und verweigerte nur eines: "Gerechnet wird bei uns noch nicht." Obwohl er auf Nachfrage erklärte: "Mit zwei Unentschieden gegen Wales und Bulgarien oder einem Sieg sind wir Gruppenzweiter. . ."
Zuvor aber gestattete der Trainer seinem Team eine kleine Verschnaufpause: "Bis drei, halb vier darf die Party dauern", sagte er schmunzelnd.
Die unterlegene Schweiz hingegen hat nichts zu feiern, mit null Punkten nur noch Hoffnung, die auch Bulgarien wieder getankt hat. Bei der Premiere von Lothar Matthäus gab es ein 1:0 in Wales. Nach zwei Niederlagen scheint die Trendwende eingeleitet und Matthäus sieht schon einen kleinen Schimmer am Ende des Tunnels: "Es ist kein einfacher Weg. Aber ich bin nach Bulgarien gekommen, um das Unmögliche möglich zu machen."
Lob von Ronaldo
Freude gab es auch in Portugal: Beim Debüt von Paulo Bento gab es ein 3:1 gegen Dänemark, just die Superstars Nani und Ronaldo trafen. Was vor allem Ronaldo freuen dürfte, schließlich hatte ihm der Nachfolger von Carlos Queiroz die nach schwachen Leistungen und Entgleisungen abgenommene Kapitänsbinde wieder angedeihen lassen und ihm alle Macht gegeben: "Ronaldo ist einer der besten Spieler der Welt. Und so müssen wir ihn auch behandeln", hatte Bento gesagt, der Star dankte mit Lob: "Paulo Bento ist immer noch der gleiche Coach, den ich bei Sporting Lissabon kennengelernt habe. Die Spieler sind glücklich und das zeigen sie auch auf dem Feld!" Trotz des Sieges hat Portugal aber noch fünf Punkte Rückstand auf Norwegen.




















