Ratlosigkeit bei den zwei Eurofightern
Wieder nichts. Wieder zwei Pleiten in der Europa League. Vier Spiele, null Punkte und 1:9 Tore. Was ist los mit Rapid und Salzburg? Auch Heribert Weber macht sich Gedanken.

Foto © GEPAPacult und Stevens: Sehr, sehr nachdenklich
Salzburg-Coach Huub Stevens ist äußerst zerknirscht und ortet nach dem 0:2 bei Lech Posen "Überheblichkeit". "Das hat alles nichts mit fehlendem Selbstvertrauen zu tun, das sind Undiszipliniertheiten." Anders sieht das Heribert Weber. "Zarate zum Beispiel war, als er nach Salzburg kam, super drauf. Jetzt wirkt er auf mich wie gebrochen."
Überhaupt hätte das Nicht-Erreichen der angepeilten Champions League Spuren hinterlassen. "Die Truppe", sagt Weber, "wirkt, als hätte die große Depression Einzug gehalten. Und es gibt, abgesehen von Schiemer, keine Spieler mit Charakter, die die große Enttäuschung auffangen und dann in positive Energie ummünzen kann."
Außerdem sieht Weber auch Fehler im System. "Entweder plane ich nicht für heute, sondern für morgen, dann kann ich schon Talente wie Boghossian oder Alan holen. Wenn ich aber in die Champions League will, dann brauche ich für Janko oder Tchoyi Ersatzleute, die von Beginn an Ersatz für die beiden sind und nicht erst in einem halben Jahr oder Jahr."
Man täte, glaubt Weber, Spielern wie den erwähnten Neuen auch nichts Gutes, "wenn man erwartet, dass sie gleich in eine tragende Rolle schlüpfen können und dabei nicht erkennt, dass die ganze Mannschaft nicht mehr so richtig funktioniert."
Ganz gibt man sich aber noch nicht auf. "Vier Punkte gegen Juve, und wir mischen wieder mit", sagt Stevens.
Individuelle Fehler
Peter Pacult ist, wen wundert's, ziemlich frustriert. "Irgendwas stimmt nicht, nur weiß ich nicht, was", sagt der Rapid-Coach nach dem 1:2 gegen Besiktas. Heribert Weber, Fußball-Analytiker und Ehrenkapitän der Grün-Weißen, hat da schon eine Idee: "Rapid ist nicht so homogen, wie Rapid schon einmal war. Und Rapid hat auch nicht die Qualität im Kader, Leute wie Heikkinen gleichwertig zu ersetzen. Dass auch Hofmann nicht ganz auf der Höhe ist, ist offensichtlich. Es kann zwar auf hohem Niveau klappen, das hat man gegen Aston Villa gesehen, aber da muss alles passen."
Topleute, Spieler von absoluter internationaler Klasse, die wären nicht zu bekommen. Nicht für Rapid. "Verteidiger Soma etwa hat vom Tempo her zu große Defizite. Es hat schon seine Gründe, dass er sich in England nicht durchgesetzt hat. Und da war er noch deutlich jünger."
Dann kommen noch individuelle Fehler dazu, die Pacult wurmen. Weniger jetzt das von Torhüter Hedl verschuldete 1:1, aber das Verhalten von Kulovits vor diesem Treffer, als der Mittelfeldspieler mit einem Linienrichter diskutierte, weshalb die Absicherung im Zentrum fehlte: "So etwas geht international nicht." Gut, das mit international wird sich wohl bald erledigt haben, denn nur noch wenige glauben an Platz zwei in der Gruppe und an das Überwintern in der Europa League. Außer Torschütze Veli Kavlak: "Wir kämpfen bis zum letzten Match."





















