Noch lange nicht am Sand
Dynamo Dresden ist für Marc Sand der sechste Klub in fünf Jahren. Dabei ist er erst 22 Jahre alt. Hubert Auer sitzt brav auf der Bank.

Foto © GEPAMarc Sand während seiner Zeit in Kärnten
Der gebürtige Wernberger ist erst 22 Jahre alt. Dennoch ist die Liste der Vereine, die dem blonden Kicker bislang Arbeit gaben, ungewöhnlich lang. Marc Sand begann seine Profikarriere bereits mit 17 beim FC Kärnten, wechselte nach Deutschland zum Vfl Bochum, wo er über Einsätze in der zweiten Mannschaft nicht hinauskam. Zurück nach Österreich, heuerte er bei der Wiener Austria an. Dort erging es dem Stürmer wie in Bochum: Da spielte er ebenfalls nur im Amateurteam. Der zweite Versuch, in seiner Heimat bei Austria Kärnten Fuß zu fassen, scheiterte ebenfalls: Sand wurde, noch ehe der Abstieg der Klagenfurter besiegelt war, aussortiert und wechselte für eine halbe Saison in die Regionalliga zu Pasching. Von dort ging es im Sommer zurück nach Deutschland - nach Dresden zum Drittligisten Dynamo. In fünf Jahren verbrauchte Sand sechs Vereine und handelte sich bereits den Ruf des ewigen Talentes ein. "Ich war oft verletzt, habe aber auch Fehler gemacht", bekannte Sand.
Das Problem für Sand begann damit, dass er schon mit 17 Profifußballer wurde. Der Kapitän der U19-Nationalmannschaft schoss in 37 Ligaspielen für FC Kärnten 17 Tore. Der Erwartungsdruck stieg, die Manager riefen. Das Geld lockte, Rückschläge kamen. In Dresden will er nun noch einmal neu durchstarten.Als Profifußballer, das weiß Sand inzwischen längst, braucht man auch Ausdauer und Geduld.
Tugenden, die Hubert Auer, der Kärntner Goalie bei SV Ried, auf alle Fälle hat. Der Mölltaler ist dort seit Jahren die Nummer zwei, trainiert brav, stellt keine Ansprüche und springt ein, wenn es notwendig ist. So auch, als Stammkeeper Thomas Gebauer mit einem Kreuzbandriss ausfiel. Auer hielt prächtig, Ried gewann gegen Kapfenberg 1:0. Doch der Kärntner wird weiter Schwielen vom Bankerlsitzen bekommen, denn die Oberösterreicher beförderten nicht Auer zur Nummer eins, sondern holten einen Deutschen. Wolfgang Hesl ein Weltklassetormann? Nein, er war beim Hamburger SV lediglich die Nummer drei. Der Prophet im eigenen Land zählt eben nichts.
Apropos zählen: Austria-Klagenfurt-Boss Josef Loibnegger ließ wissen, dass die Journalisten nicht zählen können. Beim 0:2 gegen BW Linz waren sehr wohl 1600 Fans im Sportpark. So viele gingen durch die Drehkreuze, die angeblich erstmals in Betrieb waren. Angeblich . . .




















