Die ganze Liga zittert vor dem kleinen Ort
Allerheiligen steht an der Spitze der Regionalliga Mitte. Für den Verein aus der 1409-Seelen-Gemeinde in der Südsteiermark ist das bereits der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Foto © GEPAThomas Miedl von Allerheiligen gegen Herbert Rauter vom GAK
Selbst für Trainer Andreas Moriggl war der Regionalliga-Saisonstart seiner Mannschaft aus Allerheiligen "überraschend": Kein Wunder, acht Punkte aus vier Partien ergeben die Tabellenführung vor den Titelfavoriten Pasching und BlauWeiß Linz. "Auch wenn wir gute Leistungen gegen gute Gegner gezeigt haben, darf man das jetzt aber nicht überbewerten", sagt der Trainer vor der samstägigen Heimpartie gegen DSV Leoben.
Trotzdem gibt es Gründe für den Erfolgslauf der Schwarz-Gelben - sechs Beispiele:
Die Mannschaft. In der Startelf der letzten Partie standen nicht weniger als neun Spieler, die bei einem Bundes- oder Erstligisten Fußball spielen "gelernt" haben. Einzig Torhüter und Kapitän Mario Rinnofner und Kurt Kirchleitner begannen ihr Handwerk bei kleineren Klubs. "Wir wissen, dass wir gut sind", sagt Regisseur Martin Six, "bei uns gibt es die ideale Mischung aus spielerischem Können und kämpferischem Einsatz." Im 18-Mann-Kader findet man auch drei waschechte Allerheiligener: Dominik Nöst, Josef Graupp und Mario Gollner. Die Startelf: Mario Rinnofner - Manuel Suppan (GAK), Andrej Prejac (NK Ptuj), Rafael Dorn (Gratkorn), Thomas Miedl (GAK) - Daniel Hofer (Gratkorn, Ried, KSV), Marko Kocever (GAK), Martin Six (GAK), Kurt Kirchleitner (Flavia Solva) - Alexander Fuchshofer (GAK), Daniel Brauneis (Sturm Graz, Gratkorn)
Der Trainer. Andreas Moriggl kam im Sommer 2009 von Landesligist Fürstenfeld. Der Angestellte gilt als sachlicher Analytiker, der seine Spieler in ein geordnetes Defensiv-Korsett steckt. Im Angriff lässt er seinen Akteuren allerdings mehr Freiraum, um sich zu entfalten.
Der Platz. Mit 100 mal 60 Metern zählt das Spielfeld in Allerheiligen zu den eher kleineren im steirischen Fußball. Spielerische Qualität ist notwendig, um in der Südsteiermark den Ton anzugeben. Der Nachteil laut Allerheiligen-Manager Franz Schauer: "Schwächere Teams stellen sich bei uns oft einfach nur hinten hinein und lauern dann auf Konter. Da ist es schwierig, ein sicheres Spiel zu gestalten."
Der Teamgeist. "Am Geld kann es nicht liegen", sagt Schauer, "wir haben mit Sicherheit das kleinste Budget der Liga. Aber alle kämpfen für den Verein." Im Sommer kamen nur drei neue Spieler, die sich gut in das Mannschaftsgefüge eingefügt haben. "Das Klima passt einfach. Das ist auch ein Ergebnis unserer kontinuierlichen Arbeit", erklärt Moriggl.
Der Verein. Rund 25 Menschen sind bei einem Heimspiel der Allerheiligener im Einsatz. Vom Kantineur bis zum Obmann sind alle ehrenamtlich tätig, "dennoch wird mit einer nahezu professionellen Struktur gearbeitet", sagt Schauer. Der Fanklub "Gallier" zählt bereits 100 Mitglieder. Einziges Manko: Unter den Zusehern sind im Schnitt nur 50 aus dem eigenen Ort.
Der Sparstift. Wie fast alle Teams hat Allerheiligen das Budget abgespeckt und auf Qualität statt auf Quantität gesetzt. "Ob dieser Weg der richtige war, wird sich erst nach einiger Zeit herausstellen", sagt Trainer Moriggl und meint damit etwaige Verletzungen und Sperren.





















