Bergwerk, Bauarbeit und Prügel?
Ein US-Radio behauptet, Nordkoreas Fußball-WM-Team wurde offiziell getadelt. Und Schlimmeres.

Foto © APÄrmel hochkrempeln, aber auf eine andere Art?
So manchem TV-Zuseher taten sie wirklich leid, die bei der WM in Südafrika verzweifelt dreinblickenden Spieler aus Nordkorea. Man sah es ihnen an, dass sie nicht gerne mit drei Niederlagen im Gepäck nach Hause fahren. Besonders nicht mit einem 0:7 gegen Portugal.
Nun fährt ja kein Fußballer gern mit einem WM-Debakel heim, die Nordkoreaner tun es aber wohl noch weniger gern. Schon während der WM ätzten Kommentatoren und Internet-Blogger aus dem Nachbarland China. Etwa in Form von nachbearbeiteten Fotos, auf denen nordkoreanische Spieler mit Kumpelhelm, Grubenlampe und der Sprechblase "Jetzt ist alles aus, wir landen im Bergbau!" zu sehen sind. Und zum vor Ergriffenheit weinenden Stürmer Jong Tae-se hieß es: "Kein Wunder. Er weiß, dass er Kohle schaufeln muss".
Was wirklich mit dem Nationalteam passiert(e), weiß kaum jemand. Der Nachrichtenfluss aus dem stalinistischen Nordkorea ist ja bekanntlich noch eher ausbaufähig. Zumindest aber sind die Chinesen neben den Russen die einzigen, die wenigstens Korrespondenten in der Hauptstadt Pjöngjang haben.
Nur Gerüchte
Jüngst tauchten aber weitere (unbestätigte) Gerüchte auf. Verbreitet in erster Linie von "Radio Free Asia", einem US-Sender in Südkorea. Dort wurde behauptet, Teamchef Kim Jung Hun und seine Mannen mussten sich Anfang Juli einer sechsstündigen Kritiksitzung mit 400 Teilnehmern unterziehen. Im Arbeiter-Kulturpalast in Pjöngjang habe es dabei in Anwesenheit des Sportministers "ideologische Kritik" und Tadel durch andere Sportler und einen Sportkommentator gegeben.
Wegen "Verrats" befinde sich Teamchef Kim Jung Hun Gerüchten zufolge in "großer Gefahr" und soll bereits aus der Partei ausgeschlossen und zu Baustellenarbeit gezwungen worden sein. Als Quelle wurde in dem Bericht ein chinesischer Geschäftsmann mit Verbindungen zur nordkoreanischen Regierung genannt. Ein anderes Gerücht sprach von Züchtigungen für die mäßig erfolgreichen Kicker, was aber zumindest vom Schweizer Spielerberater Karl Messerli, der die Europa-Transferrechte nordkoreanischer Teamspieler hält, bereits zurückgewiesen wurde.




















