Christian Schmölzer - ein Mann mit Meriten
Nach der Heimkehr managt Christian Schmölzer, der ehemalige Turnierdirektor der EM, die Klagenfurter Fußballakademie.

Foto © GEPAChristian Schmölzer
Das ist ungefähr so, als wenn Landeshauptmann Gerhard Dörfler plötzlich Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Himmelberg würde. Christian Schmölzer, der frühere Tormann, hatte sich als Fußballmanager einen Namen gemacht. Der Oberkärntner, sponsierter Handelswissenschaftler, wurde der breiten Öffentlichkeit als Turnierdirektor der EM in Österreich bekannt. Vorher war er immerhin er stellvertretender Vorstand der Bundesliga und dann Manager bei Sturm Graz. Dort warf der 42-jährige nach einem Dreivierteljahr im März wegen unterschiedlicher Arbeitsauffassung das Handtuch. Mit Saisonbeginn stieg Schmölzer - neben Roman Stary - in die Geschäftsführung der Klagenfurter Fußballakademie ein. Ein Abstieg? Schmölzer verneint und holt aus: Seine Rückkehr nach Kärnten hätte private Gründe. Wissend, dass die beruflichen Möglichkeiten in Wien andere sind. Als er seine letzten Kartons ausgepackt hätte, wäre das Angebot des Kärntner Fußballverbandes gekommen, die Akademie zu übernehmen: ein interessanter Job zur rechten Zeit. Der Vater zweier Kinder möchte da mithelfen, eine neue Basis für den Profifußball in Kärnten zu schaffen.
König-Abgang
Begeistert zeigte sich Schmölzer von der Infrastruktur, die der Akademie zur Verfügung steht. Für die hat einer gekämpft, der nicht unbedingt auf die feine Art verabschiedet wurde: Helmut König. Nach der Insolvenz von Austria Kärnten als Trägerklub war sein Vertrag als administrativer Leiter hinfällig. Beim KFV, der nun die Ausbildungsstätte führt, fand es keiner der Mühe wert, König mitzuteilen, dass er nicht mehr benötigt wird. Dabei war er es, der sich für die Akademie jahrelang abgestrampelt, Schulkooperationen und Nachmittagsbetreuung eingeführt hatte. Besonders stolz ist König, dass in dieser Zeit 30 Spieler in die Bundesliga gebracht wurden. Dass diese meist nicht in Kärnten spielten, kann er heute noch nicht nachvollziehen. König musste gehen, Stary durfte bleiben. Insider führen das u. a. auf (partei)-politische Gründe zurück, zumal sich Dörfler als Sportreferent bei der Akademie stark eingebracht hat.
Dass ein Akademieleiter in Klagenfurt keine Häuser verdienen kann, ist klar. König, ausgebildeter Hauptschullehrer, kassierte dieses Gehalt plus 1000 Euro. Schmölzer soll deutlich mehr lukrieren, wenngleich er klarstellt: "Ein derartiges Gehaltsniveau wie bei der UEFA gibt es in Kärnten natürlich nicht. " König hat sich inzwischen als sportlicher Leiter der neuen Austria Klagenfurt bemüht, eine schlagkräftige Mannschaft für die Regionalliga aufzustellen. Ob er als Lehrer an eine Hauptschule zurück muss oder einen anderen Job im Land als sogenannter "Sachgebietsleiter" ausüben wird, ist noch nicht geklärt. Für die Akademie gilt jedenfalls: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan.















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