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Zuletzt aktualisiert: 31.07.2010 um 15:50 UhrKommentare

Salzburg muss sich nicht vor Leipzig fürchten

Die Topadresse von Red Bull in Sachen Fußball wird Leipzig. Trotzdem bleibt Salzburg mehr als ein Ausbildungsverein, versichert Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer.

Didi Beiersdorfer

Foto © APADidi Beiersdorfer

Red Bull will seinen Hauptfokus im europäischen Fußball langfristig von Salzburg auf Leipzig verlegen. Mit der Kundmachung dieses Plans hat Eigentümer Dietrich Mateschitz zuletzt für leichte Verunsicherung in der Mozartstadt gesorgt. "Wir werden in Salzburg aber immer den Anspruch haben, erfolgreich zu sein", relativierte Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer. "Alleine schon, weil Österreich das Heimatland von Red Bull ist."

Beiersdorfer fungiert seit dem Vorjahr als übergeordneter Sportchef, koordiniert für den Getränkekonzern dessen fünf Fußball-Standorte in Brasilien, Ghana, New York, Salzburg und eben Leipzig. Der 46-jährige Deutsche ist derzeit hauptsächlich in Salzburg stationiert. "Das wird auch auf längere Sicht so bleiben. Wir koordinieren alles von hier aus, das haben wir bisher auch so gemacht", erinnerte Beiersdorfer.

Selbst wenn Leipzig den anvisierten Weg in die deutsche Bundesliga einschlagen sollte. Zuletzt ist der 2009 gegründete Verein in die Regionalliga Nord, die vierthöchste Spielklasse, aufgestiegen. Um deren Statuten gerecht zu werden, wurde noch einmal einiges Geld in junge deutsche Spieler investiert. "Wir wissen aber, wie es im Fußball läuft. Erfolg kann man nicht genau planen", betonte Beiersdorfer. "Leipzig dauert noch."

Österreichische Grenzen

Daher will der Sportdirektor den Club auch nicht als Konkurrenz zu seinem österreichischen Pendant sehen. Salzburg soll auch langfristig keineswegs zu einem reinen Ausbildungsverein verkommen, wenngleich großer Wert auf die Weiterentwicklung junger Spieler gelegt wird. "Auch Mateschitz hat nur gesagt, dass es schwierig ist, aus Österreich heraus eine international dominante Mannschaft aufzubauen", erklärte Beiersdorfer.

Mit einer sehr jungen Mannschaft soll in Salzburg weiterhin um den Meistertitel mitgespielt werden. Dementsprechend macht es wenig Sinn, große Namen des Weltfußballs nach Österreich zu holen, es werden mittlerweile kaum noch Kicker jenseits der 30 verpflichtet. "Für die Qualität eines Spielers ist nicht dessen Alter entscheidend", erklärte Beiersdorfer. "Überspitzt formuliert: Einen Messi hätten die Leute auch mit 17 Jahren gerne gesehen."

Laut Mateschitz' Zukunftsvision sollen die Bullen in Österreich nahezu mit einer U21-Mannschaft antreten - mit den größten Talenten aus den eigenen Akademien. "Trotzdem ist es unser Anspruch, national vorne mitzuspielen und international Fuß zu fassen", meinte Beiersdorfer. Hauptinteresse bei neuen Spielern sei nicht deren kurzfristige Leistung, sondern deren Perspektive. "Die Pläne müssen auch wirtschaftlich Sinn machen."

Der große Durchbruch in den USA

Geld wird längst auch bei Red Bull nicht mehr mit beiden Händen ausgegeben - zumindest nicht ohne Grund. Frankreichs Superstar Thierry Henry wurde zu einer Zeit nach New York geholt, da Fußball in den USA von vielen Experten der große Durchbruch beschieden wird. Das neue Stadion fasst 25.000 Zuschauer, ist immer wieder gut besucht. "Die Verwurzelung des Clubs in New York hat aber natürlich auch mit Erfolg zu tun", sagte Beiersdorfer.

Die Major League Soccer (MLS) beschrieb der Deutsche als sehr ausgeglichene Liga mit körperlich aufwendigem Spielstil und durchaus hohem Niveau. "Unsere Mannschaft könnte sicher auch in der österreichischen Bundesliga vorne mitspielen", meinte Beiersdorfer. Dort, wo die Salzburger Bullen drei der vergangenen vier Meistertitel geholt haben - und am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF1 und Sky) im großen Schlager bei Rekordmeister Rapid zu Gast sind.


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