Salzburg will Färöer-Schlappe bei West-Derby wettmachen
Zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele erlebt die Mozartstadt in der Fußball-Bundesliga eine Wiederaufführung des West-Derby zwischen Red Bull Salzburg und Wacker Innsbruck.

Foto © GEPARed Bull Salzburg Trainer Huub Stevens
Das erste Duell seit dem Abstieg der Tiroler in der Saison 2007/08 hat am Samstag (18.30 Uhr) gleich Brisanz zu bieten. Der Meister benötigt nach der dürftigen "Nullnummer" zum Auftakt in Kapfenberg und der 0:1-Blamage von den Färöern unbedingt eine Wiedergutmachung. Die Gäste wollen in der zweiten Runde ihrerseits die 4:0-Sensation gegen Rapid vor einer Woche bestätigen. Die "Auferstehung" des traditionellen Treffens zwischen den zwei Vereinen wird in der Red Bull Arena sicher keine "gmahte Wiesn" werden.
Das weiß auch Bullen-"Dompteur" Huub Stevens ganz genau. "Wir sind gewarnt vor der Qualität der Innsbrucker. Und wir hoffen, dass wir im ersten Liga-Heimspiel der Saison zeigen können, was wir drauf haben. Ich denke, dass wir mit Unterstützung unserer Fans ein ganz anderes Spiel als am Dienstag sehen werden", sagte der Niederländer noch unter dem Eindruck des 0:1 gegen HB Torshavn, aber doch optimistisch.
Gegen den motivierten Gegner hat der RB-Trainer vom Personal aber auch eine ganz andere Besetzung zur Verfügung. Zwar erlitt Cziommer auf den Färöern einen Mittelfußbruch, sind die angeschlagen Schwegler und Mendes fraglich, dafür drängen aber frische Kräfte nach. Tchoyi, der beste Spieler der Liga 2009/10, und Afolabi stehen vor dem Comeback, der neue Stürmer Boghossion vor seinem Debüt. Die Freigabe für den Uruguayer traf am Freitag ein. Spielt Tchoyi rechts, würde Zarate wohl hinter der Spitze spielen.
Das jüngste West-Derby datiert vom 9. März 2008. Damals siegten die Salzburger auf dem Tivoli gegen den späteren Absteiger 2:1. Vor eigenem Publikum sind die Festspielstädter gegen die Tiroler in zehn Partien in Serie (6-4-0) ungeschlagen. Seit dem ersten Wiederaufstieg der Innsbrucker 2004 gab es bisher 16 Oberhaus-Duelle, wobei die Salzburger mit 8:5-Siegen bei drei Remis die Nase vorne haben. "Wir brauchen einen Sieg", appellierte Neo-Bulle Jantscher.
Den jüngsten Sieg in Salzburg feierten die Tiroler am 1. April 2001 dank eines Kopfballes von Scharrer mit 1:0. Sucht man in den Annalen nach dem bisher letzten Auswärtssieg der Tiroler in der Bundesliga, wird man am 30. November 2007 mit dem 2:0 in Kärnten fündig. Ob diesmal wieder ein Eintrag fällig wird, den Gästen ein weiteres Husarenstück gegen einen der Großen der Liga gelingt? Der Innsbrucker Feldherr Walter Kogler hält das für nicht ausgeschlossen, zumal seine Burschen derzeit eine breite Brust und viel Euphorie mitbringen.
"Wenn wir genauso auftreten wie gegen Rapid, an uns glauben, Leidenschaft zeigen und gut organisiert sind, dann können wir auch in Salzburg ein Körndl mitnehmen", glaubt der 42-Jährige, der von seinen Burschen die gleiche Kompaktheit, Aggressivität sowie von jedem einzelnen erwartet, dass er sein Potenzial ausschöpft. "Die Salzburger sind Favorit, aber wir haben auch unsere Möglichkeiten." Der Glaube an sich selbst, gewillt sein, nach vorne zu spielen und hinten keinen Meter hergeben, lautet Koglers Devise.
Mit dieser Taktik hat der Neuling Rapid fertiggemacht, mit einem ähnlichen System will er auch die "Bullen" zähmen. Die Vorbereitung lief wie vor jedem anderen Spiel ab. Dass der Europacup-Ausflug auf die Schafsinsel ein Vorteil für die Innsbrucker sein könnte, glaubt Kogler nicht. "Die Salzburger haben keine Strapazen, weil ihre Reisen immer perfekt organisiert sind", sagt der gebürtige Kärntner. Dass es beim Gegner nicht rund laufe, habe man gesehen. "Das kann uns Zuversicht geben."
Auch vor dem neuen Stürmer haben die Gäste keine Angst. "Es ist egal, ob ein Gegner groß oder klein ist. Wir haben zwei großen Innenverteidiger und einen Tormann, der bei Flanken hervorragend ist", sagte der furchtlose Verteidiger Harding. Dass die Tiroler Bäume nicht in den Himmel wachsen, dafür sorgt Kogler. "Unsere Herausforderung in der Saison ist, dass wir immer auf einem hohen Niveau spielen und nicht nur irgendwann eine Super-Leistung bringen", meinte der frühere ÖFB-Teamverteidiger.




















