Dorn: "Frühlingserwachen in Gratkorn"
Nach der "turbulenten" Winterpause hat wieder der Meisterschaftsbetrieb Fahrt aufgenommen. In Gratkorn hat sich viel getan: Spieler wurden abgegeben, geholt und Klubstrukturen umgebaut, doch alles der Reihe nach.

Foto © GEPARaphael Dorn: "König Fußball regiert wieder und das ist auch gut so"
Das erste Highlight gab es schon zu Ende der Herbstsaison, als das Spiel gegen die Amateure der Wiener Austria zweimal wegen schlechter Witterungsverhältnisse verschoben werden musste. Der vereinseigene Anhang, bestehend aus uns verletzten und gesperrten Spielern, reiste somit umsonst nach Wien, um die Mannschaft zu einem Sieg zu treiben und ihr einen schönen Herbstabschluss zu "bescheren". Trotzdem war es ein schöner Ausflug, der uns allen viel Freude bereitet hat und wohl einzigartig bleiben wird.
Einsparungen
Schon vor der Winterpause wurde uns Spielern, vorerst vereinsintern, mitgeteilt, dass es in nächster Zeit zu Einsparungen im Klub kommen würde. Dadurch kam es dann, dass eine "Transferliste" auf der Vereinshomepage veröffentlicht wurde, auf der zehn Spielernamen aufschienen. Diese Liste sollte die Verhandlungsbereitschaft mit anderen Klubs signalisieren. Jedoch wurde, nicht wie allgemein vermutet, kein Spieler unter Druck gesetzt, den Verein auf der Stelle verlassen zu müssen. Mit Toni Ehmann (Vertrag einvernehmlich aufgelöst), Urgestein Hannes Schwarz (Frohnleiten) und Markus Edler (Köflach) verließen lediglich drei Spieler den Verein. Dem gegenüber steht mit Andreas Bernhart, der vom GAK zu uns gestoßen ist, sogar ein Neuzugang. Demnach fand also kein so genannter "Ausverkauf" statt.
Stattdessen wurde eine Aktion verwirklicht, die österreichweit seinesgleichen sucht. Nach mehreren Wochen wurde nach etlichen Gesprächen eine Lösung gefunden, die sowohl für den Verein, als auch für uns Spieler als akzeptabel befunden wurde. Das Resultat ist ein einheitliches Gehaltsverzichtsmodell, welches die allgemeine Loyalität unterstreicht und die Bereitschaft der gesamten Mannschaft, dem Verein in einer wirtschaftlich schwierigen Phase unter die Arme zu greifen und so zu helfen, verdeutlicht. Diese Kürzungen betreffen die Kampfmannschaft wie auch Amateurmannschaft, sowie sämtliche im Verein beschäftigte Trainer. Diese Maßnahmen wurden vollzogen, um den Profifußball in Gratkorn für längere Zeit gewährleisten zu können.
Nun zurück zum Liga-Auftakt
Nach einer guten Vorbereitung mit abschließendem Trainingslager unter optimalen Bedingungen in der Türkei, startete die Meisterschaft mit dem Nachtragspiel gegen die Wiener Austria Amateure, welches torlos endete, wobei mit jeweils einer roten Karte und einem verschossenen Elfmeter auf beiden Seiten für Unterhaltung gesorgt war. In der darauf folgenden ersten "echten" Frühjahrsrunde trafen wir auswärts auf St. Pölten, das sich in der Winterpause gut verstärkt hat. Es war ein interessantes, aufregendes Spiel mit vielen Höhepunkten, das aber leider sehr bitter mit 3:2 verloren ging. Schiedsrichter Grubelnik agierte äußerst unglücklich, als er zuerst Gsellmann mit Gelb-Rot wegen angeblicher Kritik vom Platz schickte und dann eine Notbremse des St. Pöltener Schlussmannes "nur" mit Gelb ahndete. Trotz numerischer Unterlegenheit gelang uns sogar das Führungstor zum 2:1. "Dubi" Tesevic packte abermals den Hammer aus und erzielte seinen dritten Freistoßtreffer der Saison! Leider vermochten wir nicht, das Resultat über die Zeit zu bringen und so stand man am Ende mit leeren Händen da.
Das in den letzten Berichten bereits mehrmals angesprochene Gratkorner Lazarett lichtet sich nur langsam und die Patienten wechseln auch ständig. Mario Steiner hat seinen Seitenbandeinriss, der sich als sehr hartnäckig herausstellte, ebenso wie Marco Perchtold vorerst überstanden und gab am Dienstag im ÖFB-Cup gegen die Admira, die schon kommenden Freitag wieder bei uns zu Gast ist, nach fast acht Monaten sein Comeback. Der ehemalige Cup-Held von Kärnten konnte die knappe Niederlage jedoch auch nicht verhindern. Das Achtelfinalspiel ging nach torlosen 120 Minuten erst mit 2:4 i.E. verloren. Damit geht die Gratkorner Leidensgeschichte vom Elferpunkt weiter.
Nicht mit von der Partie waren Adam Cichon, der sich zum wiederholten Mal am Sprunggelenk verletzte, Gerald Puntigam, der an einem Zehenbruch laboriert, sowie Thorsten Schick, der nach seiner Arthroskopie noch nicht ganz fit ist. Dazu kommt noch Joachim Parapatits, den seit längerem schwere Probleme mit dem Hüftbeuger plagen. Zahlreiche Arztbesuche, sowie etliche Therapien hatten bislang nicht den gewünschten Erfolg gebracht, deshalb soll nun eine neue alternative Therapieart Abhilfe schaffen und "Paragoal" wieder fit machen.
Zu mir bleibt nur zu sagen, dass sich mein persönliches Comeback nach den zwei Kreuzband-OP's noch ein wenig verzögern wird. Im Moment bin ich durch eine Oberschenkelverletzung außer Gefecht gesetzt, was das Aufbautraining ein wenig behindert. Alles in allem fühle ich mich jedoch gut und rechne noch mit einer Rückkehr im Laufe des Frühjahrs.
Liebe Grüße,
Euer Rafael
















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