LASK setzt im Abstiegskampf auf Helmut Kraft
Am Freitag präsentierte der Tabellen-Achte Helmut Kraft als Nachfolger des Deutschen Matthias Hamann, der den Verein nach internen Querelen verlassen musste.

Foto © APTiroler nur sieben Wochen ohne Job
Kraft selbst war mit Ende der Herbstsaison beim Liga-Konkurrenten Wiener Neustadt nicht mehr erwünscht gewesen, er hat nun die Aufgabe, die in Turbulenzen geratenen Linzer in ruhige Gewässer und zum Klassenerhalt zu führen. Schon am kommenden Freitag startet der LASK mit dem schweren Heimspiel gegen Spitzenreiter Rapid ins Frühjahr. Kraft war damit nur rund sieben Wochen ohne Job, er ist nach Andrej Panadic, Klaus Lindenberger, Hans Krankl und zuletzt Hamann bereits der fünfte LASK-Trainer in etwas mehr als eineinhalb Jahren. Der Tiroler begann seine Trainerkarriere 1997 in Wörgl, 2004 führte er Wacker Innsbruck ebenso wie Wiener Neustadt 2009 von der Ersten Liga in die Bundesliga. 2008 stieg er mit Wacker Innsbruck ab, ein Jahr zuvor hatte seinen größten Erfolg mit der SV Ried gefeiert, die er zum Vizemeister-Titel führte.
Letzter Sieg am 23. September
Kraft, dessen letzte Tat in Wiener Neustadt am 12. Dezember pikanterweise ein 4:0-Kantersieg gegen den LASK gewesen war, wird sein neues Team schon am Samstag um 14.00 Uhr im Testspiel gegen Dynamo Budweis coachen. In der Tabelle ist der LASK noch nicht "durch". Der Vorsprung auf Schlusslicht Austria Kärnten beträgt zwar elf Punkte, angesichts der schwachen Leistungen in der zweiten Hälfte der Herbstsaison ist aber Vorsicht angebracht. Der letzte Sieg datiert vom 23. September (3:1 gegen Kärnten), seitdem setzte es sechs Niederlagen bei nur fünf Unentschieden. In der Fremde stehen zudem nur zwei magere Punkte zu Buche.
Die Linzer, die sich nach dem Karriereende von Ivica Vastic und Michael Baur bzw. den Abgängen von u.a. Florian Klein und Niklas Hoheneder im Sommer nicht adäquat verstärken konnten, starteten unter Neo-Coach Hamann zwar durchaus gut, kamen spätestens nach der 2:7-Schlappe in Kapfenberg am 1. November aber ins Trudeln. Im Jänner verließ nun Schlüsselspieler Roman Wallner die Gugl, geholt wurden Rene Aufhauser (Salzburg), Sandro Zakany (Admira), Mark Prettenthaler (Sturm) und Nikola Kovacevic (Rapid-Amateure). Befürchtungen um die sportliche Zukunft hatte auch Hamann geäußert, der besonders nach dem Abgang von Sturm-Zugpferd Wallner zu Salzburg Kritik an der Kaderpolitik und damit an Präsident Peter-Michael Reichel übte. Ein angebliches Gelage der Linzer beim Trainingslager in Belek soll dann das Fass zum Überlaufen gebracht und die Entlassung des Deutschen besiegelt haben.
Spende nach Vorfall für guten Zweck
Wie Fußball-Bundesligist LASK am Freitag in einer Aussendung mitteilte, seien die Vorfälle am letzten Tag des Trainingslagers in Belek aufgearbeitet. Die betroffenen Spieler seien "in einer internen Aussprache übereingekommen, dass die Überschreitung des ,Zapfenstreichs' ein Fehler war", hieß es. "Als nach außen hin erkennbares Zeichen der Einsicht haben sich die beteiligten Spieler dazu entschlossen, einen beachtenswerten Geldbetrag für das LASK-Charity-Projekt zu spenden."
Features
HELMUT KRAFT (51 Jahre)
Geboren: 24. Juli 1958 in Hall/Tirol
Familienstand: verheiratet, vier Kinder
Station als Spieler: SV Hall
Stationen als Trainer: SV Wörgl (1997 bis 2002), SC Untersiebenbrunn
(2002 bis 2003), Wacker Tirol (2003 bis 2004), Pasching
(Interimstrainer 2005), SV Ried (2006 bis 2007), Wacker Innsbruck
(Sportdirektor, später Trainer 2007 bis 2008), SC Wr. Neustadt (2008
bis Dezember 2009)
Größte Erfolge:
* Österreichischer Vizemeister mit SV Ried 2007
* Aufsteiger bzw. Meister in der Ersten Liga mit Wacker Tirol 2004
und SC Wr. Neustadt 2009


















