Rinner: "Es droht eine temporäre Kriegsphase"
Bundesliga-Boss Hans Rinner erwartet eine emotionale Präsidenten- Konferenz und eine sachliche Lösung im TV-Streit.

Foto © APAHans Rinner
Der Streit um die TV-Rechte der Fußball-Bundesliga scheint zu eskalieren. Sie stehen am Donnerstag als neuer Bundesliga-Boss bei der Präsidenten-Konferenz wohl vor ihrer ersten Bewährungsprobe?
HANS RINNER: Ich sehe die ganze Sache wesentlich entspannter als viele glauben. Es wird Vorschläge und Varianten geben, die zu diskutieren sein werden. Für den neuen TV-Vertrag brauchen wir eine Zweidrittel-Mehrheit. Punkt.
Das klingt stark nach Konfrontation mit Rapid-Boss Rudolf Edlinger, der vehement gegen den vorliegenden TV-Vertrag vorgeht.
RINNER: Die Vorgangsweise von Rapid ist inakzeptabel. Zu einem Zeitpunkt, wo wir intern reden sollten, wird mir alles über die Medien ausgerichtet. Nur zu kritisieren und keine Alternativ-Vorschläge zu bringen, ist ganz einfach zu wenig und nicht angebracht. Ich habe Rudi Edlinger am Montag angerufen. Er hat nicht abgehoben. Schade.
Was wird jetzt am bei der Hauptversammlung Donnerstag passieren?
RINNER: Das ist relativ einfach. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir fahren die Emotionen runter und finden gemeinsam eine gute und sachliche Lösung. Wenn nicht, droht eine temporäre Kriegsphase, bei der sowohl die Bundesliga als auch Rapid verlierenwerden. Nach dieser Phase werden wir uns dennoch einigen müssen.
Rapid hat angekündigt, seine Heimspiele selbst vermarkten zu wollen. Ist das möglich?
RINNER: Das ist rechtlich nicht einfach. Abgesehen davon. Gegen wen spielt Rapid dann? Ich weiß von Salzburg und der Wiener Austria, dass sie dann nicht im Hanappi-Stadion spielen werden.
Hat nicht Rapid die TV-Vertrag-Verhandlungen zügig vorangetrieben?
RINNER: Vertreter von Rapid, Salzburg, der Wiener Austria, dem Lask und St. Pölten sitzen in der TV-Lenkungsgruppe. Werner Kuhn (Anmerkung: Rapid-Generalmanager) hat bis Dezember aktiv mitgearbeitet. . .
Bis zu Ihrer Wahl zum Bundesliga-Präsidenten?
RINNER: Es hat so den Anschein, als könnten die Dinge irgendwie zusammenhängen.
Rapid-Boss Edlinger hat seinen bevorzugten Kandidaten als Bundesliga-Präsident nicht durchgebracht. Könnte Edlingers "TV-Rache" gekränkte Eitelkeit sein oder spielt die Politik in den Sport hinein?
RINNER: Anscheinend befindet sich Rudi Edlinger auf einem hohen emotionalen Level. Das sollte einem ehemaligen Profi-Politiker eigentlich nicht passieren. Einen möglichen politischen Einfluss möchte ich nicht kommentieren.
Kann es überhaupt zu einer Lösung kommen?
RINNER: Rapid ist ein wertvoller Klub für die Bundesliga. Wir werden nach einer konstruktiven Diskussion eine Lösung finden.





















