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Zuletzt aktualisiert: 23.11.2009 um 13:02 UhrKommentare

Bayern legten bitteren Start in Hoeneß' Krönungs-Woche hin

Nur ein schmallippiges "schönen Abend" rang sich der Noch-Manager und angehende Präsident des FC Bayern nach dem zum x-ten Mal verpassten Befreiungsschlag des deutschen Rekordmeisters beim 1:1 gegen Leverkusen ab.

Foto © GEPA

Der bittere Start in seine Krönungs-Woche hat Uli Hoeneß die Sprache verschlagen. Der Druck auf Trainer Louis van Gaal und die verzweifelnden Bosse wird vor der Mitgliederversammlung am Freitag mit dem geplanten Stabwechsel von Franz Beckenbauer zu Hoeneß immer größer.

Nicht auszudenken, was passiert, wenn am Mittwoch gegen Maccabi Haifa auch noch das Champions-League-K.o. besiegelt werden sollte. "Es nützt jetzt nichts, irgendwelche emotionalen Dinge zu tun", mahnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag eindringlich zu der Ruhe, die längst verloren gegangen ist: "Wir haben alle Druck und müssen versuchen, gemeinsam mit der Mannschaft und dem Trainer die Kurve zu kriegen."

Absichtserklärung

Wenn das fehlschlägt, könnte Hoeneß' Präsidenten-Ära gleich mit einer Trainerentlassung beginnen. Denn ein Bekenntnis zu Van Gaal legte am Sonntag niemand ab, nur eine Absichtserklärung formulierte Rummenigge: "Wir müssen gegen Maccabi gewinnen und Glück haben, dass Juventus Turin nicht gleichzeitig in Bordeaux gewinnt, sonst sind wir trotzdem draußen", sagte der Bayern-Chef und machte einen kleinen, feinen Zusatz: "Dann müssen wir weitersehen."

Die Zeit der Durchhalteparolen ist angebrochen beim FC Bayern, der seit 47 Runden nicht mehr auf Platz eins der Liga stand, aktuell Siebenter ist und dessen Fußball die Fans mit immer lauteren Pfeifkonzerten verteufeln. "Unser Spiel hinkt und krankt", stellte der neue Chef-Kritiker Philipp Lahm fest. "Das Spiel nach vorne ist mangelhaft. Das ist nicht der FC Bayern", analysierte Beckenbauer.

Ohne Vertrauen

Seine einzige Hoffnung auf Besserung heißt Franck Ribery: "Die Mannschaft spielt dann ganz anders." Auch Van Gaal fällt bei der aktuellen Krisenbewältigung nicht mehr viel mehr ein, als auf die Genesung des Franzosen und des ebenfalls maladen Arjen Robben zu warten: "Wenn die kreativen Spieler zurückkehren, können wir vielleicht eine Serie machen." Ohne sie sehe man eine "Mannschaft ohne Vertrauen", sagte der Niederländer.

Wie schon zuletzt beim Heim-1:1 gegen Schalke platzte trotz des frühen Führungstores von Mario Gomez (8.) wieder nicht der Knoten. Leverkusen schlug nicht nur durch das neunte Saisontor von Stefan Kießling (14.) schnell zurück, sondern Bayer spielte Bayern danach zeitweise schwindlig. Ein reguläres Tor von Nationalstürmer Kießling nach Fersler des von den Bayern ausgeliehenen Toni Kroos wurde in Bayers Sturm-und-Drang-Phase aber nicht anerkannt (21.).

"Irgendwann gewinnen wir auch diese Big Points", rügte Kießling den nach der Pause fehlenden Mut des Spitzenreiters. Auch Bayer-Trainer Jupp Heynckes stellte die neue Anspruchshaltung des "ewigen Zweiten" heraus: "Ich trauere den Möglichkeiten der ersten Hälfte nach."

Immerhin: Bayer blieb zwar zum 20. Mal in Folge in München sieglos, behauptete aber den Vorsprung von sechs Punkten auf die Bayern, die zumindest als Konkurrent für die Herbstmeisterschaft nicht mehr infrage kommen. Es geht beim Rekordmeister in der Hinserie nur noch darum, Kontakt zur Spitze zu halten. "Wir müssen bis Weihnachten jedes Spiel gewinnen", erklärte Lahm. Auch Van Gaal beschwor den Start einer Serie, räumte aber ein, dass es "vielleicht lächerlich" sei, das ausgerechnet unter dem Eindruck des Leverkusen-Spiels zu verkünden.

Der im Umgang schwierige Niederländer weiß, dass sein Trainerstuhl in München längst zum Schleudersitz geworden ist. Auch wenn er keine Job-Ängste verspürt: "Diese Frage können Sie nicht an mich stellen, das wissen Sie doch", antwortete er einem Reporter: "Ich entscheide nicht darüber. Mein Fokus liegt auf der Mannschaft."


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