Spanier über rüpelhafte Partygäste aus Argentinien entrüstet
Bei zünftigen Partys kann das schon passieren: Das Geburtstagsfest im rappelvollen Madrider Vicente-Calderon-Stadion artete am Samstag ein bisschen aus, je später der Abend wurde.

Foto © APAIniesta gegen Mascherano und Coloccini
"Wilder Fußball", urteilte etwa die Zeitung "El Mundo" am Sonntag über den 2:1-Sieg von Europameister Spanien gegen Doppelweltmeister Argentinien. Ganz allgemein herrschte bei den Spaniern in Empörung übergehende Verwunderung über das rüpelhafte Benehmen, das die Gäste aus Lateinamerika bei der "100er"-Feier des spanischen Fußballverbandes auf den Rasen gelegt hatten.
Auch die Sportzeitung "As" zeigte sich etwas indigniert: "Spanien spielte, Argentinien holzte", meinte das Blatt sinngemäß, und Stürmer David Villa sprach hernach von einem "harschen Spiel": "Es ist seltsam, dass die Argentinier das Match mit elf Mann beendet haben. Aber das ist Sache des Referees. Wäre es kein Freundschaftsspiel gewesen, wäre wohl der eine oder andere von ihnen unter die Dusche geschickt worden." Allerdings musste auch Villa einräumen, dass die raue Gangart der Südamerikaner ihren Zweck nicht verfehlte: "Sie haben so unser Spiel gebremst."
Ein guter Test
Gelassen und bedachtsam blieb indes Spaniens Teamchef Vicente del Bosque: "Das war ein guter Test für Spanien. Mich hat das Spiel nicht überrascht, ich habe eine harte und unangenehme Partie erwartet. Das ist keine Kritik an Argentinien, sondern ein Lob. Sie kümmern sich eben nicht darum, ob es sich um ein Freundschaftsspiel handelt oder um eine Jahrhundertfeier, und ich finde das gut so."
Letztlich überwog im spanischen Lager vor dem Match gegen Österreich am Mittwoch in Wien ohnehin die Zufriedenheit. "Spanien bestand eine schwere Prüfung mit Niveau", meinte "El Mundo" über den Sieg, den der Real-Madrid-Baske Xabi Alonso mit zwei Treffern (16. und 86./Elfmeter) sicher stellte. Zwischenzeitlich hatte FC-Barcelona-Star Lionel Messi (61.) ebenfalls aus einem Penalty den zwischenzeitlichen Gleichstand hergestellt. Ein Resultat, das für Gäste-Coach Diego Maradona gerechter gewesen wäre: "Argentinien hat alles gegeben, wir hätten uns ein Remis verdient."
Jubiläum im Jubiläum
Allerdings hatten die Spanier, bei denen Jesus Navas (FC Sevilla) ab der 81. Minute debütierte, vor allem in der ersten Hälfte das Heft fest in der Hand gehabt. Entsprechend selbstbewusst trat Tormann Iker Casillas, der bis zu seiner Auswechslung in letzter Minute (für ihn kam Pepe Reina) sein 100. Länderspiel bestritt und damit ein Jubiläum im Jubiläum feierte, vor die Presse. "Wir haben immerhin einen Weltmeister geschlagen", stellte er mit Genugtuung fest.
Diego Maradona - 1986 tatsächlich ein Weltmeister - warnte die "Roja" aber umgehend vor zu hochtrabenden Erwartungen für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika: "Die großen Favoriten holen fast nie den Titel." Für das Mittwoch-Match in Wien scheint die "Seleccion" indes durchaus gerüstet zu sein.





















