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Zuletzt aktualisiert: 06.11.2009 um 13:57 UhrKommentare

Ivanschitz scheidet die heimischen Experten-Geister

Stevens und Hamann geben sich als Diplomaten. "Jetzt kann man nicht über ihn hinwegsehen", sagt Austria-Coach Schinkels.

Frenkie Schinkels

Foto © KLZ/WeichselbraunFrenkie Schinkels

Andreas Ivanschitz, der von ÖFB-Teamchef Didi Constantini am Freitag trotz seiner guten Leistungen im Dress des deutschen Aufsteigers FSV Mainz auch nicht in den Kader für das freundschaftliche Länderspiel am 18. November in Wien (20.45 Uhr) gegen Europameister Spanien einberufen worden ist, scheidet die österreichischen Fußball-Geister. Die einen sagen, er gehört einberufen, andere liegen auf der Constantini-Linie, und wieder andere enthalten sich ihrer Stimme.

Tatsache ist, über einen Nichtnominierten wird diskutiert, geredet und geschrieben, werden Für und Wider abgewogen wie seit Josef Hickersbergers EM-Aufgebot 2008 nicht mehr. Tatsache ist auch, dass Ivanschitz derzeit Woche für Woche in der deutschen Bundesliga auf sich aufmerksam macht. Mit je sechs Toren und Assists führt er derzeit die Scorer-Liste an und wurde zuletzt vom "kicker" zum vierten Mal in die "Elf der Tages" gestellt.

Ivanschitz ein "Volltreffer"

Das deutsche Fachmagazin, das den 26-Jährigen nach dem 3:3 auswärts gegen Meister VfL Wolfsburg auch zum "Spieler des Spiels" kürte, stufte den Neo-Mainzer nach knapp einem Saison-Viertel unter den 90 Einkäufen der Bundesliga als "Volltreffer", also mit der Bestnote, ein. Ein Prädikat, das neben dem Mittelfeldspieler nur noch sechs anderen Akteuren, u.a. Ze Roberto (Hamburger SV) und Claudio Pizzarro (Werder Bremen), zuteilwurde.

Ivanschitz polarisiert, was auch in den Meinungen der Feldherrn der österreichischen Bundesliga durchklingt. "Ich war lange Zeit auch kein Freund von Ivanschitz. Er ist zu früh hochgejubelt worden. Aber jetzt nach seinen tollen Leistungen kann man normal nicht mehr über hin hinwegsehen", sagt Frenk Schinkels, der Trainer von Schlusslicht Austria Kärnten, im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Der Spieler sei ja kein Verbrecher, fügte er hinzu.

Der gebürtige Niederländer respektiert die Meinung "seines Kollegen, auf Dauer verstehe ich das aber nicht", so Schinkels, dessen Landsmann Huub Stevens sich zurückhaltend äußerte. "Ich möchte dazu nichts sagen, das ist Entscheidung des Teamchefs. Es wird schon so viel in Österreich darüber diskutiert, da lasse ich lieber die anderen Leute darüber reden", erklärte der Trainer von Meister RB Salzburg.

"Sache des Teamchefs"

Ähnlich diplomatisch gab sich Matthias Hamann vom LASK. "Ob er sich eine Einberufung verdient hat, ist einzig Sache des Teamchefs", meinte der Deutsche. Für Paul Gludovatz, früher erfolgreich in Diensten des ÖFB, fällt das heiß diskutierte Thema, über das zu viel Wind gemacht werde, nicht in seinen Kompetenz-Bereich. "Wenn Österreich gegen den Europameister remis spielt oder gar gewinnt, kräht ohnehin keiner nach Ivanschitz", sagte der Burgenländer.

Für Werner Gregoritsch vom Kapfenberger SV käme die Rückkehr von Ivanschitz, der im Team nie das gebracht habe, was man sich von ihm erwartet hätte, zu früh. "Constantini versucht, eine Mannschaft aufzubauen, und zuerst müssen die unbekümmert spielenden Jungen zur Kontinuität und Stabilität finden. Würde Ivanschitz jetzt spielen, gerät er sofort unter Druck. Aber irgendwann, wenn Constantini Bedarf hat, wird er zurückkehren", glaubt der Steirer.


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